Das Goetheanum
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60 Beiträge

Hast du die Sorge nie gekannt?

Hast du die Sorge nie gekannt?

So fragt die geheimnisvolle Gestalt am Ende des Dramas. Die Sorge trifft Faust als Hundertjährigen. Deren Schwestern, Mangel, Schuld und Not, vermag er auszusperren, aber nicht die Sorge. Als würde jemand aus der Überfülle heutigen Konsums sprechen, bekennt Faust: «Was nicht genügte, ließ ich fahren, Was mir entwischte, ließ ich ziehn.» Und die Sorge gibt die Diagnose, die zur allgemeinen Einsicht eines Konsumzeitalters gehört: «Er verhungert in der Fülle.» Wie in der Antike, wo der Blinde sehend wird, nimmt die Sorge Faust sein Augenlicht und langsam dämmert es ihm: «Die Nacht scheint tiefer tief hereinzudringen, / Allein im Innern leuchtet helles Licht».

Redaktion · 03. Juni 2026 · 1 Min.

Zuerst bin ich Mensch

Zuerst bin ich Mensch

Im Gespräch mit Udi Levy erzählen der Israeli Rami Elhanan und der Palästinenser Bassam Aramin von ihrer ungewöhnlichen Freundschaft. Kennengelernt haben sie sich als Mitglieder der Organisation Parents Circle Families’ Forum, die Menschen zusammenbringt, die im Konflikt zwischen Palästina und Israel Angehörige verloren haben. So auch Elhanan und Aramin: Beide verloren ein Kind. Aramins Tochter wurde im Alter von zehn Jahren von einem israelischen Grenzpolizisten getötet. Elhanans 14-jährige Tochter starb bei einem palästinensischen Selbstmordattentat. Und doch brachen beide Männer mit der lang anhaltenden Tradition von blinder Wut und wurden Freunde. Sie wählten einen anderen Weg. Im Gespräch erzählen sie ihre Geschichte, von ihrer Arbeit als Co-Leiter des Parents Circle Families’ Forum, über ihren Umgang mit Konflikt und Trauer sowie darüber, wie Frieden möglich sein kann.

Redaktion · 03. Juni 2026 · 1 Min.

Die Microcollege-Bewegung

Die Microcollege-Bewegung

Es geht nicht darum, die absolute Wahrheit oder die absolute Weisheit zu finden, sondern darum, zu denken, zu lesen, zu wachsen und sich mit dem eigenen Sinn zu verbinden. Dies sind sinngemäß die Worte von Lucien Lucius Nunn, dem Gründer des Deep Springs Microcollege. Microcollege? So nennt sich eine aufkommende Bewegung an US-Bildungseinrichtungen, die durch kleine Studentenschaften, die Limitierung von Bildschirmzeit, studentische Selbstverwaltung, körperliche Arbeit, eine starke Verbindung zum Land, diskussions-basierte akademische Kurse mit hohem Praxisanteil und eine ganzheitliche Betrachtung der individuellen Entwicklung gekennzeichnet sind. Zu den Microcolleges gehört auch das Thoreau College in Wisconsin. Seine Programme sind stark inspiriert von den Ideen Rudolf Steiners und von der Waldorfpädagogik sowie von dänischen Volkshochschulen. Im ‹Thoreau College Podcast› können Zuhörerinnen und Zuhörer mehr über den Hintergrund, die Praxis und die Einflüsse (zu denen auch die Camphill-Bewegung gehört) der Microcolleges erfahren.

Redaktion · 28. Mai 2026 · 1 Min.

Der Waldorf-Klimafonds

Der Waldorf-Klimafonds

Der Waldorf Climate Balance Fund ist eine neue Initiative der Freunde der Erziehungskunst. Das Ziel der Initiative ist, Klimaschutz in konkrete Bildungsprojekte zu übersetzen, die an Waldorfschulen umgesetzt werden. Bildung und Ökologie gehen dabei Hand in Hand. Die Projekte sollen Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte dazu inspirieren, in der Schule, aber auch zu Hause mehr Verantwortung für ein gesundes Klima zu übernehmen. Derzeit wird die Umsetzung der ersten drei Projekte geplant und an der Finanzierung gearbeitet. Projekt Nummer eins findet an der Hekima-Waldorfschule in Daressalam, Tansania, statt. Eine Photovoltaikanlage und ein Wasserspeichersystem sollen dort eine zuverlässige und nachhaltige Energie- und Wasserversorgung gewährleisten. An der Goderich-Waldorfschule in Freetown, Sierra Leone, wird ein ökologischer Schulgarten angepflanzt. Und auch die Mbagathi-Waldorfschule in Kenia soll Solarenergie bekommen. Auf der Webseite des Klimafonds ist es möglich, den eigenen ökologischen Fußabdruck zu berechnen und diesen durch eine Spende an die Bildungsprojekte auszugleichen.

Redaktion · 28. Mai 2026 · 1 Min.

Psychologossophie

Psychologossophie

Ob Udo Lindenberg, der gerade 80 Jahre alt wurde, oder eine meiner Klientinnen, die aus dem Iran stammt und viel erlebt hat: Menschen mit existenziell gefährdenden Erlebnissen im Gepäck richten sich oft aus der Tiefe ihrer Seele auf. Sie schöpfen aus einer lebenkraftenden Achse, häufig ohne wirklich von ihr zu wissen. Andere wenden sich bewusst dieser Lebensachse zu, um sich beispielsweise in einer traumatisierten Seele selbst ergreifen zu können. Dahinter steht die Frage: Kann ich in meinem Ich-Sein eine existenzielle Kraftachse bilden, die es mir ermöglicht, mich in der ‹Vertikalen› als ganz eigener Mensch selbst und therapeutisch zu durchdringen? Dass in meiner Seele der «innere Mensch auferstehen»1 kann. Innere, verwandelnde Durchdringung also bis in tiefste Tiefen und Höhen – und alles in einer einzigen ‹Vertikalen›. Eine Kraftachse, die im anthroposophischen Menschenbild durch zwei Ich-Qualitäten gebildet wird: geistiges oder kosmisches Ich und junges Ich in der Seele. Mit dieser Kraftachse rechnen Experten für Trauma und benennen sie ihrem Menschenbild gemäß. So zum Beispiel Peter Levine.2 Der Psychiater Boris Krause sagt: «Es reicht für traumatisierte Menschen nicht, wenn sie an etwas Schönes denken, sie müssen es existenziell fühlen.»3 Er beschreibt Traumata als ‹Frachtgut› im Lebensfluss. Steine im Fluss, die Leben binden. Und es ist meist ein längerer Weg, schwere Steine wirklich davonschwimmen zu sehen. Und gerade für diese lebenbefreiende innere Bewegung ist eine vertikale Kraftachse in Ausbildung von so großer Bedeutung! Denn aus welcher Quelle sollte in der Tiefe Lebenskraft zur inneren Neuausrichtung, zur inneren Auferstehung kommen, wenn nicht aus dieser im Geist beheimateten Ich-Seelen-Achse? Je nach Denkweg, gesunde Individuation auf der Erde wie im Himmel, in einer sich weitenden Welt, oben wie unten. Für dieses der Anthroposophie immanente Feld bildete sich in mir Himmelfahrt 2018 das Wort ‹Psychologossophie›. Unter diesem Titel veranstalte ich am 2. Oktober im Rudolf-Steiner-Haus Hamburg einen Abend.

Marion von der Wense · 28. Mai 2026 · 1 Min.

… und leg den Schmuck hier heimlich an

… und leg den Schmuck hier heimlich an

Von Lieschen bis zur Sorge – sieben weibliche Neben-Hauptrollen der aktuellen ‹Faust›-Inszenierung sind hier im Fokus. Jetzt Marthe Schwertlein. Sie ist die Nachbarin und Vertraute von Gretchen und führt sie in die Tragödie. Wie ist das möglich? Zweierlei kommt bei Marthe zusammen: Als alleinstehende Frau ist sie von den gesellschaftlichen Umständen abhängig und zugleich zeigt sie persönliche Schwächen, nimmt es nicht genau mit ihrem inneren Kompass. Aus dieser Mischung – Schwäche und Bedrängnis außen und Schwächen innen – formt sich das Verderben.

Redaktion · 28. Mai 2026 · 1 Min.

Kosmisch-seelische Konjunktion

Kosmisch-seelische Konjunktion

Noch stehen Venus und Jupiter mehr als zwanzig Grad auseinander. Doch täglich verringert Venus in ihrem schnellen Lauf die Distanz um fast ein Grad. Am 9. Juni ist es dann so weit: Dann stehen die beiden hellsten Planeten in Konjunktion zueinander. Weil die Bahnebenen der einzelnen Wandler gering zueinander geneigt sind, bleibt ein kleiner Abstand erhalten. Bei dieser Konjunktion sind es zwei Grad. Das entspricht dem Abstand von vier Monddurchmessern. Doch schon die Wochen vor der eigentlichen Konjunktion sind eine Gelegenheit, im kosmischen Schauspiel die Beziehung der Tugenden Liebe und Weisheit im Bild dieser Himmelslichter zu betrachten und zu verstehen. Jupiter gilt in der antiken Vorstellung als Repräsentant für Weisheit. Das spiegelt sich eindrucksvoll in seiner physikalischen Erscheinung. Er ist zwölfmal so groß wie die Erde und läuft in knapp zwölf Jahren durch den Tierkreis. Außerdem sind es zwölf Wolkenbänder, die auf seiner Oberfläche gegeneinander scheren. Die Zahl Zwölf repräsentiert das Ganze, und diese Vollständigkeit vermag nur die Erkenntnis zu fassen. So überrascht es nicht, wenn der Planet der Weisheit die Zahl Zwölf in sich trägt. Und Venus? Der Planet von Schönheit und Liebe ist der einzige der Wandelsterne, der auf einer runden und nicht elliptischen Bahn um die Sonne zieht. Auch ist Venus als Himmelskörper perfekt rund und nicht abgeflacht wie die anderen Planeten. So wie sich in diesen Phänomenen die Schönheit von Venus spiegelt, so ist ihr extrem hoher Druck an der Oberfläche ein Bild für die Liebe. Bei einem 93 mal höheren Druck als auf der Erde ist die Luft der Venus nicht mehr gasförmig oder flüssig, sondern beides zugleich – fluide. Venus hebt, wie es zur Tugend der Liebe gehört, die Gegensätze auf. Jetzt werden die beiden Planeten bald für kurze Zeit zu einem Zwillingsgestirn und inspirieren so dazu, in der eigenen Seele die Konjunktion von Liebe und Erkenntnis herzustellen. Alles und jeden mit der Wärme des Herzens und der Klarheit des Hauptes begreifen zu lernen.

Wolfgang Held · 28. Mai 2026 · 1 Min.

Kindergärten im Flüchtlingslager?

Kindergärten im Flüchtlingslager?

Für die Gesprächsreihe ‹Stimmen zur Zeit› spricht Gerald Häfner mit Wiebke Eden-Fleig über ihre Arbeit im Libanon im Kontext der andauernden Konfliktsituation zwischen Hisbollah und Israel. Der Krieg im Libanon steht dabei im globalen Bewusstsein eher im Schatten des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran; nichtsdestotrotz ist die Lage für die libanesische Zivilbevölkerung extrem prekär. Wiebke Eden-Fleig ist studierte Politologin und Nahostwissenschaftlerin sowie die Geschäftsführerin von Just Childhood, einer Organisation, die palästinensische und syrische Kinder aus geflüchteten Familien und Kinder aus sozial gefährdeten Familien im Libanon bei ihrem Bildungsweg unterstützt. Sie erzählt von ihrer Reise in das riesige palästinensische Flüchtlingslager Shatila und wie sie dort trotz zahlreicher Widrigkeiten einen Waldorfkindergarten mit aufbauen konnte. Das Gespräch gibt zudem Einblicke in die gesellschaftliche Situation im Libanon und zeigt Wege des Engagements auf.

Redaktion · 28. Mai 2026 · 1 Min.

Aus der Kindheit

Aus der Kindheit

Woher kommt eine tiefgehende Verbindung zur Natur in einer Zeit, in der das menschliche Leben sich immer weiter von ihr zu entfernen scheint? In der ein großer Teil dieses Lebens in digitalen Räumen stattfindet? Viele würden wohl sagen: Sie kommt aus der Kindheit. Wie verbunden sich Menschen auch im Erwachsenenalter mit ihrer natürlichen Umwelt fühlen, hat viel damit zu tun, wie sehr diese Beziehung in den ersten Lebensjahren kultiviert und gefördert wurde – von Eltern, Bezugspersonen sowie auch von Pädagoginnen und Pädagogen. Das Kennenlernen ist die Grundlage für eine wertschätzende Beziehung zur Natur und es kann sich nur im direkten Kontakt entfalten. Das US-amerikanische Nature Institute wurde mit der Intention gegründet, Ressourcen anzubieten, die ein tieferes Verständnis der (Um-)Welt sowie eine daraus resultierende Fürsorge unterstützen. In diesem Sinne hat es vor Kurzem ein englischsprachiges Handbuch für Nachhaltigkeitsbildung herausgegeben, das kostenfrei über die Institutswebseite verfügbar ist. Das Handbuch wurde in erster Linie für Lehrkräfte entworfen, die naturbasierte Ansätze in ihre pädagogische Arbeit integrieren wollen. Es ist nach Zielgruppen geordnet und beinhaltet sowohl theoretische Hintergründe als auch praktische Übungen und Konzepte.

Redaktion · 21. Mai 2026 · 1 Min.

Kapazitäten vertiefen

Kapazitäten vertiefen

Am 30. September beginnt das internationale, interdisziplinäre CALM-LD-Ausbildungsprogramm, das von der Medizinischen Sektion und der Sektion für Heilpädagogik und inklusive soziale Entwicklung am Goetheanum angeboten wird. Es richtet sich an alle Menschen, die im Bereich der Anthroposophischen Medizin und anthroposophischen Therapien ausgebildet sind und/oder in anthroposophischen Einrichtungen arbeiten. Das Programm vermittelt über zweieinhalb Jahre eine professionelle, fortgeschrittene Vertiefung von diagnostischen, therapeutischen und zwischenmenschlichen Kapazitäten in der Arbeit mit Kindern und Erwachsenen mit komplexen Bedürfnissen. Auf der Grundlage des anthroposophischen Menschenbilds umfassen die Inhalte dabei eine Erweiterung der therapeutischen Praxis, Ansätze zur Selbstreflexion im beruflichen Kontext, künstlerische und bewegungsbasierte Therapieangebote sowie Erkenntnisse aus der Schulmedizin. Die englischsprachige Ausbildung findet sowohl mittels Onlinetreffen als auch bei persönlichen Treffen in Dornach und in Großbritannien statt.

Redaktion · 21. Mai 2026 · 1 Min.

Camphill in den USA

Camphill in den USA

Die aktuelle politische Lage in den USA lässt viele Menschen zögern, eine Reise in das Land zu planen. Der Tourismus, vor allem aus Europa und Kanada, verzeichnet derzeit einen deutlichen Rückgang. Und es gibt noch einen weiteren Bereich, in dem sich rückläufige Zahlen bemerkbar machen: im internationalen Freiwilligendienst. Auch in US-amerikanischen Camphill-Gemeinschaften wird dies deutlich. Internationale Freiwillige sind jedoch seit jeher ein wichtiger Teil der Arbeits- und Gemeinschaftskultur von Camphill. Ein Videoprojekt der Freunde der Erziehungskunst zeigt den Alltag von Freiwilligen in der Heartbeet Lifesharing Community in Vermont. Die Camphill-Gemeinschaft ist das Zuhause von Erwachsenen mit Assistenzbedarf, langfristig Angestellten und Freiwilligen sowohl aus den USA als auch aus dem Ausland. In dem Video teilen sie ihre Erfahrungen in der Heartbeet Community und laden alle Interessierten dazu ein, selbst temporäres oder permanentes Mitglied einer Camphill-Gemeinschaft zu werden.

Redaktion · 21. Mai 2026 · 1 Min.

Theater im Augenblick

Theater im Augenblick

In wenigen Wochen beginnen die Proben für die drei ‹Faust›-Sommerspiele im Juli. Jetzt trafen sich die Spielenden Sangita Singh (Gretchen) und Jeroen Engelsman (junger Faust) nach der Spielpause zum ersten Mal. Eine Fotosession mit der Fotografin Laura Pfaehler stand auf dem Programm. 500-mal surrt der Auslöser, blitzt die Lampe, um eine Handvoll gute Fotos des Paares zu liefern. Was im Theater Bewegung ist, das wird mit der Kamera zum Moment. Wie oft geschieht es, dass dabei im eingefrorenen Augenblick die Regung der Seele erstarrt und so an Innerlichkeit verliert. In einem von 100 Bildern geschieht das Gegenteil, da ist selbst im Stillstand des Fotos die Bewegung erhalten. Sie wird zur Bewegung in der Ruhe, lässt das Gemüt der Gebannten leuchten. Das macht Porträtfotografie zu heiligem Dienst – Theater im Augenblick.

Redaktion · 20. Mai 2026 · 1 Min.

Die Bedeutung der Wärme in der Landwirtschaft

Die Bedeutung der Wärme in der Landwirtschaft

Martin von Mackensen, Leiter der Landbauschule Dottenfelderhof in Bad Vilbel, beginnt seinen Beitrag mit einer persönlichen Anekdote. Als er 15 Jahre alt war und in Kassel lebte, bat ihn sein Künstler-Onkel, für den als DDR-Bürger eine Reise nach Westdeutschland ausgeschlossen war, an seiner Stelle Joseph Beuys kennenzulernen. So kam es, durch verschiedene Umstände und Zufälle, dass der jugendliche Martin dabei war, als Beuys die Idee vorbrachte, Kassel als Kunstobjekt für die kommende Documenta zu bepflanzen. Erst Jahre nach seinem eigenen Mitwirken an der Bepflanzung fand von Mackensen heraus, dass der ‹Landwirtschaftliche Kurs› Rudolf Steiners einen signifikanten Einfluss auf Beuys’ Entwurf hatte, insbesondere Steiners Gedanken zur Blattwärme und Wurzelwärme. Von Mackensen spricht vor diesem Hintergrund über Beuys’ Kunstaktionen mit Kompost, Bäumen und goldener Krone. Er beleuchtet zudem Wärmequalitäten im Denken, die transformative Kraft der Erde als Zukunftsorgan und die Dynamik von Boden, Pflanzen, Tieren und Ton.

Redaktion · 20. Mai 2026 · 1 Min.

Die Frage nach dem Bewusstsein

Die Frage nach dem Bewusstsein

Der Podcast ‹The Telepathy Tapes›, deutsch: ‹Die Telepathie-Tonbänder›, hat von Zuhörenden sehr viel Aufmerksamkeit bekommen. Jede einzelne der zehn Folgen der ersten Staffel wurde mehr als eine Million Mal angehört. Sie beschäftigen sich mit dem Phänomen der telepathischen Kommunikation bei nicht sprechenden Menschen mit Autismus. Die Initiatorin des Podcasts, Filmemacherin Ky Dickens, trifft sich mit verschiedenen Personen, die sich durch Telepathie verständigen, und malt mithilfe von Interviews sowie standardisierten Tests und deren wissenschaftlicher Einordnung ein differenziertes Bild ihrer Lebensrealität. Vor Kurzem erschien die zweite Staffel des Podcasts, deren thematischer Fokus weiter angelegt ist. In ihr geht es nicht nur um telepathische Kommunikation zwischen Menschen, sondern auch zwischen Mensch und Tier, um pflanzliche Intelligenz, Nahtoderfahrungen, Energieheilung und um das Savant-Syndrom. Dickens und ihr Team folgen dabei den Fragen, was Bewusstsein eigentlich ist und wie es sich in der Welt manifestiert, auch jenseits des menschlichen Gehirns.

Redaktion · 13. Mai 2026 · 1 Min.

Teuflische Ellipsen

Teuflische Ellipsen

«Hast nichts von Bärbelchen gehört?», so fragt in Goethes ‹Faust› Lieschen ihre Freundin Gretchen. Es ist eine rhetorische, vergiftete Frage, denn Lieschen weiß, dass Bärbel unehelich schwanger ist – in der ‹Faust›-Zeit eine soziale Katastrophe. Lieschen repräsentiert diese ‹öffentliche Meinung›, den ungeschriebenen und zugleich machtvollen Kodex, was sich gehört und was nicht. Diese trifft in ihrer Scheinheiligkeit und Mitleidslosigkeit auf das ebenfalls schwangere Gretchen. Goethe wählt als Sprachform die Ellipse, bei der im Satz ein Wort ausgelassen wird, das sich aber selbsterklärend füllen lässt. In der Eingangsfrage ist es das ‹Du›, das man für den vollständigen Satz ergänzen muss. So auch im letzten Satz, wo Lieschen von Bärbels Partner spricht: «Er ist auch fort.» Hier fehlt «gegangen». Wie die so schrecklich wirkende öffentliche Meinung, die Lieschen als Drohkulisse für Gretchen aufbaut, betonen die Ellipsen in ihrer Giftrede scheinbare Selbstverständlichkeiten, das Unausgesprochene, das jedem klar ist. Weil es ungesagt bleibt, vermag man es nicht zu stellen. Das macht es teuflischer als Mephisto, denn anders als sie stellt er das Böse ins Licht.

Redaktion · 13. Mai 2026 · 1 Min.

Innere Verwandlung und Achtsamkeit für die Welt

Innere Verwandlung und Achtsamkeit für die Welt

Tho Ha Vinh war ein international vortragender Dozent für Wohlbefinden und Bruttonationalglück, der als Sohn eines vietnamesischen Diplomaten und einer französischen Mutter in Paris aufwuchs. Er leitete viele Jahre das Gross National Happiness Center in Thimphu, der Hauptstadt Bhutans. In seinem Beitrag bezieht er sich auf alte Mythologien aus Ost und West, die zeigen, dass Landwirtschaft viel mehr bedeutet als der bloße Anbau von Nahrungsmitteln. Sie steht für die Verantwortung des Menschen, die Erde durch die innere Transformation der Seele zu verwandeln. Anhand von Beispielen aus seiner eigenen Biografie veranschaulicht Tho Ha Vinh, wie dies gelingen kann und wie wir ein Verständnis für die Erde und unsere Aufgaben entwickeln können, in einer Zeit, in der die Menschheit vor existenziellen ökologischen, sozialen und politischen Herausforderungen steht. An seinen Vortrag schließt ein Gespräch mit Chik Ying Chai, Jean-Michel Florin, Liron Israely und Sarah Sommer an.

Redaktion · 13. Mai 2026 · 1 Min.

Integrität leben

Integrität leben

Integrität bezeichnet die Übereinstimmung des eigenen Handelns mit festen moralischen und persönlichen Werten. Eine integre Person tut, was sie sagt, und das konsistent – auch in herausfordernden Situationen und wenn niemand zuschaut. War die schwedische Malerin Hilma af Klint eine integre Person? Der Dozent Andrew Wolpert sagt Ja. In einem Seminar am 13. Juni in den Räumlichkeiten der Anthroposophischen Gesellschaft in Frankreich führt er aus, mit welch resoluter Integrität af Klint sowohl ihr Privatleben als auch ihre künstlerische Arbeit gestaltete und welche Rolle ihr Bezug zu Spiritualität dabei spielte. Dreidimensionalität bekommt das Seminar durch einen Besuch der aktuellen, af Klint gewidmeten Ausstellung im Pariser Grand Palais, wo eine Auswahl ihrer Werke bis zum 30. August persönlich betrachtet werden kann. Das Seminar findet in englischer Sprache mit französischer Übersetzung statt.

Redaktion · 07. Mai 2026 · 1 Min.

Lebendige Landwirtschaft

Lebendige Landwirtschaft

Der Living-Farms-Podcast der Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum bringt internationale Praktizierende aus der Biodynamik und weiteren ökologischen und integrativen Landbauansätzen in einem Gesprächsraum zusammen. Bei der zweiten Staffel des Podcasts haben auch die Zuhörenden die Möglichkeit, an den Gesprächen teilzunehmen. Zu jeder Podcastfolge findet ein anschließender komplementärer Onlineworkshop statt, in dem das jeweilige Thema vertieft wird und der Gelegenheit zum Austausch untereinander bietet. Die erste Folge der zweiten Staffel behandelt die syntropische Landwirtschaft: die Wiederherstellung natürlicher Ökosysteme durch Menschenhand. Im Gespräch mit Eduardo Rincón, Co-Leiter der Landwirtschaftlichen Sektion, berichtet die brasilianische Agronomin Natalia Muguet von ihrer Arbeit in der Agroforstwirtschaft und mit Kräuterheilkunde. In dem dazugehörigen Workshop am 11. Mai geht es darum, wie der Anbau von Heilpflanzen von Praktiken aus der Agroforstwirtschaft profitieren kann.

Redaktion · 07. Mai 2026 · 1 Min.

Erneuerung der Mysterien aus Sicht der Pflege

Erneuerung der Mysterien aus Sicht der Pflege

In ihrem Vortrag bei der Internationalen Jahreskonferenz 2025 der Medizinischen Sektion am Goetheanum blickt Tania Prince, ausgebildete Pflegerin und Koordinatorin bei Young Impulses in Anthroposophic Medicine (YIAM), auf die Erneuerung der Mysterien aus Sicht der Pflege. Sie legt dabei einen besonderen Fokus auf die Frage nach der Bedeutung von Christus im medizinischen Kontext. In ihre Reflexionen zu 100 Jahren Anthroposophischer Pflege bindet sie ihre eigenen Erfahrungen ein, beispielsweise ihre Arbeit als Krankenschwester in kalten, unpersönlichen Notaufnahmen und ihre Reise nach Indien, wo sie mit buddhistischen Philosophien und der indischen Heilkunst Ayurveda in Kontakt kam. Sie führt aus, wie Wärme, Licht und inneres Engagement die Pflege heute erneuern und pflegerische Fürsorge in einer immer schnelleren und digitalisierten Welt unterstützen können.

Redaktion · 07. Mai 2026 · 1 Min.

Wer bin ich?

Wer bin ich?

In seinem WDR-Beitrag ‹Wer bin ich 2.0 – Das Höhere Selbst› stellt der Radioautor Christian Seebaum existenzielle Fragen: Was ist das Höhere Selbst? Wer antwortet, wenn wir auf der Suche nach Klarheit und Wahrheit sind? Wie findet man sein eigenes Ich? Und wofür soll das eigene menschliche Leben eigentlich gut sein? Diese Fragen stellt die äußere Welt nicht, wir müssen sie uns selbst stellen, im Inneren. Viele Menschen tun dies, wenn sie eine Krise erleben. Manche stellen sich die Fragen einfach so. Seebaum bekommt Antworten bei mehreren Menschen und aus diversen Weltanschauungen: in der hinduistischen Philosophie Vedanta, im Buddhismus und auch in der Anthroposophie. Er spricht mit Martin, der Sinn in Rudolf Steiners Werk ‹Die Philosophie der Freiheit› findet; in Steiners Anregung, das eigene Leben in einem größeren Zusammenhang zu betrachten, rote Fäden zu sehen, und auf etwas zu vertrauen, das größer ist als wir selbst. Der Beitrag ist noch bis 10. April 2027 in der WDR-Mediathek verfügbar.

Paula Boslau · 29. April 2026 · 1 Min.

Wärme, Rhythmus, Stabilität

Wärme, Rhythmus, Stabilität

Wärme, Rhythmus und Stabilität – das sind die Qualitäten, die vor allem kleine Kinder nach einem traumatischen Erlebnis brauchen, sagt Cansu Kaygısız Vardar, Waldorfpädagogin und notfallpädagogische Projektleiterin in der Türkei. Vardar war als Notfallpädagogin im Einsatz, kurz nachdem eines der stärksten Erdbeben der letzten hundert Jahre im Südosten der Türkei ein Feld der Zerstörung hinterlassen hatte. Ihre Arbeit konzentrierte sich auf die Einrichtung von Kinderschutzzentren, in denen die kleinsten Betroffenen Sicherheit und Geborgenheit finden können. Räume zum Malen, Spielen, Rennen, Singen und Geschichten-Erzählen. In einem Text für die Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners berichtet Vardar von ihren Eindrücken und vor allem davon, wie sich innerhalb weniger Monate die sichtbaren Anzeichen von Stress und Angst bei den Kleinkindern zu Spiel, Lachen und mehr Leichtigkeit wandelten. Drei Jahre nach dem Erdbeben ist das Leben in dem betroffenen Gebiet zwar immer noch nicht vollständig zur Normalität zurückgekehrt. So bieten die notfallpädagogischen Intervention weiterhin Entlastung, für Kinder und ihre Mütter.

Paula Boslau · 29. April 2026 · 1 Min.

Liebe und Freiheit

Liebe und Freiheit

Basel, Schweiz. ‹Heilkraft der Liebe – Heilkraft der Kunst› ist eine neue Gesprächsreihe, die von der Heart-Based Medicine Foundation und dem Philosophicum Basel organisiert wird. Im April fand die erste Veranstaltung unter der Frage ‹Kann uns die Liebe befreien?› statt. Ausgehend von dem Film ‹Die Frau mit den 5 Elefanten› über die Dostojewski-Übersetzerin Swetlana Geier und von Dostojewskis Werk, ging es an dem Abend um Freiheit, Liebe, Kunst und Heilung. Luke Wilkins, Schriftsteller und Co-Kurator der Reihe, im Interview.

Paula Boslau · 29. April 2026 · 1 Min.

Konvent – Bühne – Sektionen

Konvent – Bühne – Sektionen

Zur Generalversammlung präsentierte Justus Wittich den Jahresbericht der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft. Was während der Zusammenkunft von Constanza Kaliks, Stefan Hasler, Ueli Hurter und ihm vorgetragen wurde, findet sich dort schriftlich neben Einblicken in alle zwölf Sektionen und die Bühne. Auf 52 Seiten, mit Fotos der ‹Faust›-Produktion von Andrea Pfaehler/Rafael Tavares bebildert, gibt es für Mitglieder zum Download diese reiche Dokumentation wissenschaftlichen, künstlerischen und sozialen Schaffens. Die Sektionsfelder gliedern sich dabei in die Arbeitsfelder ‹Mensch werden› durch ‹Heilen›, ‹Natur›, ‹Kultur› und ‹Soziales›. Überschrieben ist der Bericht mit dem Motiv der Generalversammlung, das sich über ein Jahr erstreckt: ‹Wege des Vertrauens›. Diesem Grundzug menschlichen Miteinanders gingen die Beiträge an der Generalversammlung nach und gipfelten in dem im Eingang des Berichtes beschriebenen Konvent zur Ausarbeitung neuer Statuten für die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft.

Redaktion · 29. April 2026 · 1 Min.

Neue Statuten bis 2027?

Neue Statuten bis 2027?

Die Anthroposophische Gesellschaft führt ihren Erneuerungsprozess weiter: Der Entwurf für neue Statuten wurde den Mitgliedern auf der Generalversammlung vom 17. bis 19. April vorgestellt und an alle Mitglieder weltweit mit der Bitte um Rückmeldung verschickt. Die Versammlung bestätigte Sebastian Bauer als neuen Schatzmeister und würdigte gemeinsam mit den Verantwortlichen der Rudolf-Steiner-Nachlassverwaltung den Abschluss der Rudolf-Steiner-Gesamtausgabe.

Sebastian Jüngel · 29. April 2026 · 1 Min.

Digitale Medien: Was heißt hier ‹Kompetenz›?

Digitale Medien: Was heißt hier ‹Kompetenz›?

Die alltägliche Nutzung digitaler Medien ist ein Thema, das zwar schon länger relevant ist, aber weiterhin an Dringlichkeit zunimmt. Gerade an Schulen und im Elternhaus birgt es zwischen Erwachsenen und Kindern sowie Jugendlichen ein großes Spannungs- und Konfliktpotenzial. In ihrem medienpädagogischen Workshop laden Severin Pöchtrager, leitender Arzt am Kantonsspital Baselland und an der Klinik Arlesheim, und Ilja Karenovics, Leiter des Ressorts Bildungsangebote an der Universität Basel, die anwesenden Pädagoginnen und Pädagogen dazu ein, sich dem Thema mit einem sowohl wissenschaftlichen als auch spielerischen Ansatz zu nähern. Dabei werden beispielsweise Studien betrachtet, die den negativen Effekt von übermäßiger Bildschirmzeit auf die Kreativität und Gehirnentwicklung bei Kindern belegen, und es wird anhand von experimentellen Übungen gezeigt, welche Macht die inhärente Einbildungskraft gegenüber passivem Medienkonsum aufweist.

Redaktion · 29. April 2026 · 1 Min.

Eine gemeinsame Antwort

Eine gemeinsame Antwort

Im Jahr 1974 wurde im libanesischen Mansourieh der erste Kindergarten für Kinder mit Assistenzbedarf eröffnet, dessen pädagogisches Konzept den Grundlagen der Waldorfpädagogik folgt. Aus dem Kindergarten entwickelte sich mit den Jahren die heilpädagogische Einrichtung und Organisation namens Step Together. Der Ort bietet nicht nur eine Vielzahl an Betreuungs- und Ausbildungsmöglichkeiten für Menschen mit Assistenzbedarf im Kindes-, Jugendlichen- und Erwachsenenalter an; die Organisation engagiert sich auch während der aktuellen Krisensituation. Der Konflikt zwischen Hisbollah und Israel hat dazu geführt, dass in kürzester Zeit mehr als eine Million Libanesinnen und Libanesen innerhalb des Landes flüchten mussten. Step Together berichtet von dem Stress und der Angst, die dies auch in den Kindern und Familien auslöst, mit denen die Organisation zusammenarbeitet. Als Antwort hat sie eine Nothilfekampagne ins Leben gerufen, die Nahrungsmittelsoforthilfe mit traumaorientierter Notfallpädagogik und psychosozialen Unterstützungangeboten verbindet. Diese unterstützt Kinder und ihre Familien darin, mit den krisenbedingten Beeinträchtigungen und Unsicherheiten besser zurechtzukommen.

Redaktion · 21. April 2026 · 1 Min.

Kinder wachsen lassen

Kinder wachsen lassen

An Waldorfschulen findet der Unterricht nicht nur in geschlossenen Räumen statt. Der Aufenthalt in der Natur ist wichtiger Bestandteil des pädagogischen Konzepts. Für Waldorfpädagoginnen und -pädagogen, die sich in naturbasierten Unterrichtsformaten weiterbilden möchten, bietet das Bay Area Center for Waldorf Teacher Training (BACWTT) vom 22. bis 26. Juni den Kurs ‹Growing Sustainable Children: Gardening Teacher Training› an, deutsch: ‹Nachhaltige Kinder wachsen lassen: Gärtnertraining für Lehrkräfte›. In dem fünftägigen englischsprachigen Workshop lernen die Lehrerinnen und Lehrer, wie sie Garten, Hof, und Naturlandschaften in ihren Unterricht einbeziehen können. Der Kurs ist praxisorientiert und vermittelt den Teilnehmenden, wie sie ihren eigenen naturbasierten Stundenplan erstellen können sowie die dafür notwendigen Fähigkeiten im Gärtnern.

Redaktion · 21. April 2026 · 1 Min.

Ich harre, mich umkreist die Zeit

Ich harre, mich umkreist die Zeit

Sieben weibliche Nebenhauptfiguren aus Goethes ‹Faust› erscheinen hier in einer Reihe: Manto ist die geheimnisvollste unter ihnen. Faust begegnet ihr auf seinem Weg zur ‹asklepischen Kur›, der Heilung und Einweihung im antiken Griechenland. Wieder verschiebt Goethe die Überlieferung. Im griechischen Mythos ist Manto die Tochter des Sehers Teiresias und damit selbst eine Seherin. Dies führt sie nach Delphi zu Apollons Orakel. Bei Goethe ist sie als Prophetin der Zeit enthoben, und deshalb ist ihr Zuruf zu Faust, wenn sie ihn in die Unterwelt eintreten lässt: «Den lieb ich, der Unmögliches begehrt», zugleich eine Weissagung seines Gelingens. Als Tochter des Heilgottes Asklepios ist sie bei Goethe darüberhinaus eine Heilerin und überragt wegen ihrer doppelten Gabe, zu heilen und zu prophezeien, den Heilhalbgott Chiron, der Faust zu ihr führt. Manto zeigt, dass im Heilen Prophetisches liegt.

Redaktion · 21. April 2026 · 1 Min.

Pflegen und Heilen

Pflegen und Heilen

Im Februar 2026 wäre Ita Wegman 150 Jahre alt geworden. Als Ärztin trug sie neben Rudolf Steiner maßgeblich zur Entwicklung der Anthroposophischen Medizin bei. In ihrem Vortrag gehen Laurie Schmiesing, Tania Prince und Hannah Wallis, alle tätig im Bereich der Anthroposophischen Medizin und Pflege, auf Wegmans besondere Beziehung zu den Pflegenden ein. Sie führen aus, wie die Anthroposophische Pflege durch Liebe, Opferbereitschaft und bewusste Präsenz zu einem spirituellen Weg werden kann. Anhand von historischen Ereignissen, persönlichen Erfahrungsberichten aus ihrem eigenen Leben und ihrer professionellen Tätigkeit, Versen von Steiner und praktischen Übungen untersuchen Schmiesing, Prince und Wallis die Themenfelder der Selbstentwicklung, des ‹Zuhörens mit den Händen› und den Aufbau zukunftsorientierter Gemeinschaften von Pflegekräften, die nicht nur Patientinnen und Patienten auf ihrem Heilungsweg begleiten, sondern auch sich selbst und die Welt heilen.

Redaktion · 21. April 2026 · 1 Min.

Renaissance heute

Renaissance heute

Florenz gilt als Wiege der Renaissance, einer Kunst- und Kulturepoche, die Menschen bis in die heutige Zeit inspiriert. Durch den Einfluss der mächtigen Familie Medici wurde die italienische Stadt zu einer der florierendsten Metropolen Europas. Michelangelo beispielsweise arbeitete in der Kirche der Medici und Galileo Galilei war Hofmathematiker in den Palästen der Familie. Auch Leonardo da Vinci verbrachte große Teile seiner Jugend in Florenz. Vom 30. Juni bis 4. Juli findet an der Florenzer Waldorfschule ein fünftägiger Workshop statt, in dem die Teilnehmenden sich mit der Renaissance-Kunst aus anthroposophischer Perspektive auseinandersetzen. Durch geführte Museumsbesuche, Malerei, die Arbeit mit Ton und Übungen zur Betrachtung von Kunstwerken erforschen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Renaissance nicht als historische Epoche der Vergangenheit, sondern als lebendigen Ausdruck der menschlichen Evolution mit zeitgenössischer Relevanz. Der Workshop findet auf Italienisch mit englischer Übersetzung statt und ist offen für alle Interessierten.

Redaktion · 14. April 2026 · 1 Min.

Drei gleiche Teile

Drei gleiche Teile

Die Demokratie und die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an der Politik stehen aktuell wieder zunehmend im Zentrum des gesellschaftlichen Diskurses. Doch wie kann diese aktive Gestaltung der Gesellschaft praktisch aussehen? Die soziale Dreigliederung nach Rudolf Steiner bietet Antworten. Wer die Grundlagen dieses Ansatzes sowie seinen Effekt auf die Gesellschaft besser verstehen möchte, ist eingeladen, vom 12. bis 14. Juni an einem Workshop zur sozialen Dreigliederung in Avignon teilzunehmen. Das Veranstaltungsprogramm beinhaltet eine grundlegende Einführung in die drei Bereiche Geistesleben, Rechtsleben und Wirtschaftsleben. Es werden ihre Besonderheiten thematisiert sowie ihr direkter Zusammenhang mit der Stärkung der Demokratie. Weiterhin wird erörtert, inwieweit das Konzept der sozialen Dreigliederung ganz praktisch in der Region Avignon eingebettet werden kann. Der Workshop wird gehalten von Sylvain Coiplet, Gründer und Leiter des Instituts für soziale Dreigliederung in Berlin.

Redaktion · 14. April 2026 · 1 Min.

Ich bin

Ich bin

Ich bin. Ein simpler Satz aus nur zwei Wörtern und sechs Buchstaben. Und doch beinhaltet er ein ganzes Universum an Erfahrungen, Gedanken, Gefühlen, Verletzungen und glückseligen Momenten. Was bedeutet es wirklich, Mensch zu sein? Was bedeutet es, wenn wir sagen ‹Ich bin›? Das niederländische Atelier Anthroposophie bietet am 1. Juni einen Tag der Inspiration an, bei dem es um die Erforschung genau dieser Fragen geht. Gemeinsam wird innegehalten. Der Alltag fällt weg und in der übrig bleibenden Stille wird das menschliche Sein, das wir tagtäglich als so selbstverständlich empfinden, genauer angeschaut. Verschiedene Aspekte des Menschseins werden dabei ins Licht gerückt, um sie mit mehr Bewusstsein und Sensibilität zu betrachten. Zu Hilfe kommen dabei inhaltliche Impulse zu verschiedenen Perspektiven auf das Menschenbild sowie praktische Übungen, künstlerische Betrachtungen, Meditationen und Gesprächsrunden. Die gewonnenen Erkenntnisse lassen sich auch über den Workshop hinaus in Alltag, Arbeit und den persönlichen Entwicklungsweg integrieren. Die Veranstaltung findet auf Niederländisch statt.

Redaktion · 14. April 2026 · 1 Min.

Poetisieren der Welt

Poetisieren der Welt

Wer einmal den Klang von Novalis’ Dichtungen oder Aphorismen gehört und davon berührt wurde, vergisst ihn nicht mehr. Wer ihn noch nicht kennt, dem eröffnen sie eine neue Welt. Es sind Worte, die das Licht des Geistes in sich tragen. Sie bringen eine andere Schicht der Wirklichkeit zum Ausdruck, die wir in Märchen und Mythen als Atmosphäre erleben können. Diese Sphäre wird bei Novalis als Lebensrealität poetisch konkret: «Die Welt muss romantisiert werden. So findet man den ursprünglichen Sinn wieder», ruft er uns in einem Aphorismus zu. Die Welt ist nicht schon fertig, sie kann durch das Wort verwandelt werden und der Mensch tritt zu ihr in ein wahrhaftiges Verhältnis.

Christiane Haid · 14. April 2026 · 1 Min.

Rudolf Steiner als Lernender

Rudolf Steiner als Lernender

Es ist eine gängige Perspektive, dass Rudolf Steiner als Person und auch als historische Persönlichkeit den Archetyp des Lehrers beziehungsweise des Lehrenden verkörperte. Man muss nur an all die Vorträge und Impulse denken, die er vor allem in den Jahren vor seinem Tod gegeben hat und die bis in die heutige Zeit Inspiration und Orientierung bieten. Weniger oft wird Steiner als Lernender gesehen, obwohl seine Biografie zeigt, wie tief sein Leben vom Lernen durchdrungen war. In ihrem Beitrag nähert sich Constanza Kaliks, Mitglied des Leitungsteams der Allgemeinen Anthroposophischen Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft, an Steiner als Lernenden an. Sie gibt Einblicke in die frühen Jahre des suchenden Schulkinds Rudolf, in seine Arbeit als junger Nachhilfelehrer sowie als Pädagoge, der an seinen Schülerinnen und Schülern weiterlernt. Schließlich führt Kaliks aus, wie aus Steiners individueller Biografie eine moderne, geistige Lernkultur entstanden ist.

Redaktion · 14. April 2026 · 1 Min.

Die innere Botin wecken

Mein Weg zum Anthroposophiestudium begann mit einer Überraschung. Während eines Retreats in Basel im Februar 2025 besuchte ich das Goetheanum als Touristin. Als ich das erste Mal vor dem majestätischen Gebäude stand, spürte ich sofort eine tiefe Verbundenheit – fast wie eine Berufung. Ich meldete mich für den englischsprachigen Kurs an, ohne viel über Anthroposophie zu wissen. Als ich im September 2025 ankam, war mein einziges Ziel, etwas Neues zu lernen. Die Dozentinnen und Kommilitonen kamen aus aller Welt und brachten vielfältige Perspektiven und eine lebendige Atmosphäre mit. Unsere Studien reichten von Naturbeobachtung und Eurythmie bis hin zu Philosophie, Sozialtheorie und Kunst. Das gesamte Programm fühlte sich an wie eine inspirierte, erwachsene Version der Waldorfpädagogik. Das größte Geschenk dieses Kurses waren die tiefgründigen Gespräche zwischen Dozierenden und Studierenden – intellektuell lebendig und spirituell geerdet. Mit 56 Jahren, einem Doktortitel der Universität Oxford und jahrelanger Lehrtätigkeit kann ich sagen, dass mich diese Lernerfahrung unvorstellbar verändert hat. Nun ist meine Zeit gekommen, das Licht der Anthroposophie in meine Heimat Hongkong zurückzubringen.

Red Chan · 01. April 2026 · 1 Min.