
KI und die Frage nach dem Menschlichen
Zur Enzyklika von Papst Leo XIV. ‹Magnifica Humanitas – über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter künstlicher Intelligenz›.
Johannes Kronenberg · 17. Juni 2026 · 4 Min.
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Zur Enzyklika von Papst Leo XIV. ‹Magnifica Humanitas – über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter künstlicher Intelligenz›.
Johannes Kronenberg · 17. Juni 2026 · 4 Min.

Er hat sehr lange gelebt – 104 Jahre. Und er hat sehr viel beigetragen – zur Menschlichkeit. Als Edgar Nahoum wurde er 1921 in Paris geboren und starb dort als Edgar Morin vor wenigen Tagen. Paris, da gehörte er intellektuell hin. Die ganze Welt aber war geistig und menschlich sein Wirkensort. Denn er konnte denken, komplex denken.
Bodo von Plato · 10. Juni 2026 · 4 Min.

Unicef, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, hat seine Studie zum Kindeswohl veröffentlicht. Deutschland ist auf Platz 25 von 37 bewerteten Ländern zurückgefallen. Wie ist das möglich?
Philipp Reubke · 03. Juni 2026 · 4 Min.

Fragen stehen für das Einander-Zuhören, für das Interesse aneinander. Aber nicht jede Frage weckt das Interesse des Gegenübers.
Andreas Laudert · 28. Mai 2026 · 4 Min.

Der 15. Mai ist der Tag der Nakba – der Katastrophe. Gemeint ist die gewaltsame Entwurzelung und Vertreibung von mehr als 700 000 Palästinenserinnen und Palästinensern 1948 im Zuge der Gründung des Staates Israel.
David Auerbach · 21. Mai 2026 · 3 Min.

Aktuelle medizinische Forschungsergebnisse zeigen einen Zusammenhang zwischen Komplikationen während der Schwangerschaft und Entwicklungsstörungen in der frühen Kindheit. Inwieweit wird die Lebensqualität eines Kindes bereits während der Schwangerschaft bestimmt?
Gerry Katramados · 13. Mai 2026 · 4 Min.

Das Prinzip ‹Geist ist niemals ohne Materie; Materie ist niemals ohne Geist› gehört zur Überzeugung vieler spiritueller Richtungen, doch wie erfahren wir diese Einheit? Die Kräfte, die mit, in und durch uns wirken, zu spüren, ist eine erste Antwort. Die Vorstellung, Technologie als ‹intelligent› zu betrachten, gründet sich auf der mechanistischen Sichtweise. Was Logik und Algorithmus übertrifft, was individualisiert statt homogenisiert, ist das innere Streben. Es ist ein Weg, der von den Rhythmen und vom Wissen des menschlichen Herzens im wechselseitigen Spiel zwischen Selbst und Welt im Fluss der Zeit sich bahnt – außerhalb der Zwänge und Strukturen intelligenter Technologie.
John Bloom · 07. Mai 2026 · 4 Min.

Zum Festakt des Abschlusses der Gesamtausgabe Rudolf Steiners waren die 453 Bände auf der Goetheanum-Bühne ausgebreitet. In Grußworten und Erinnerungen ging es um großen Dank und leise Mahnung.
Wolfgang Held · 29. April 2026 · 4 Min.

Der Tod des Filmemachers und Schriftstellers Alexander Kluge hat mich besonders berührt, weil ich persönlichen Kontakt zu ihm hatte, das erste Mal 1999, als Kluge mich in Berlin zu einem Gespräch über meinen Film ‹Schwarze Sonne› für seinen DCTP-Kanal bei Sat1 einlud.1 Es war die Zeit der Berlinale und wir tauchten in einem intensiven Austausch in die bizarre Mythenwelt des Nationalsozialismus ein, die ich in einem Dokumentarfilm erforscht hatte. Wir trafen uns im Hotel Intercontinental, wo viele Regisseure, Schauspielerinnen, Filmproduzenten und Festivalbesuchende abgestiegen waren. Kluge hatte im Rummel des Foyers Kameras und Scheinwerfer aufgebaut. Doch weder die vielen Menschen noch die Geräuschkulisse störten uns, da wir durch einen Kokon von Intensität von der Außenwelt abgeschirmt wurden. Ich erläuterte Kluge mythologische Dimensionen hinter der Nazi- und SS-Ideologie, die auch ihm gänzlich unbekannt waren, sprach etwa über kultische Räume der Wewelsburg oder die Vorstellung Heinrich Himmlers, eine Inkarnation von König Heinrich I. zu sein, mit dem er an dessen Grab in der Krypta des Quedlinburger Domes nächtliche Zwiesprache hielt. Das Besondere an Kluge war dessen offene Geisteshaltung für diese Themen. «Man muss das Gift studieren», sagte er während des Interviews, echte Aufklärung müsse die «Notwendigkeit reaktualisieren, warum der Nationalsozialismus in die Welt kam», nur «an der Kampfzone, an der Verwundung selbst kann etwas heilen.»2
Rüdiger Sünner · 21. April 2026 · 4 Min.

Kontrolle und Krieg sind Ausdruck kalter und heißer Gewalt. Durch künstliche Intelligenz steigern sie ihre Wirkung. Moral und Weisheit als Fundament und Dach menschlicher Gemeinschaft vermögen die digitalen Untiere zu humanisieren.
Jan Göschel · 14. April 2026 · 4 Min.
Das Schreiben mit der Tastatur hat die Handschrift weitgehend ersetzt. Da lohnt es sich zu fragen: Was geschieht in uns Menschen, wenn wir schreiben? Die neurobiologischen Ergebnisse deuten darauf hin, dass Handschrift Gedanken, Gedächtnis und Aufmerksamkeit organisiert.
Gerry Katramados · 01. April 2026 · 3 Min.

Über siebzig Jahre lang gab Jürgen Habermas erst der jungen Bundesrepublik und dann ganz Deutschland durch scharfe Polemik Begleitschutz. Der ursprünglich Journalist werden wollte, wurde ein weltweit wirkender Wissenschaftler und starb im 97. Lebensjahr.
Martin Kollewijn · 26. März 2026 · 3 Min.

9. März, abends. Zögernd greife ich in die Tastatur, um ein Stimmungsbild des Nahen Ostens zu vermitteln. Als in der Schweiz lebender ehemaliger Israeli wendet sich mein Blick naturgemäß zunächst zu meiner Tochter, meinem Bruder, deren Familien, meinem Freundeskreis in Israel. Dann lenke ich ihn zu all jenen, welche ebenfalls betroffen sind – ein Blick in einen Abgrund. Je weiter das Blickfeld wird, desto glatter scheinen die Ränder, an denen man steht, desto tiefer und dunkler diese Abgründe. Eine WhatsApp-Gruppe ruft für Dienstag, 10. März, 17 Uhr, alle Israelis auf, sich auf die Straßen, auf ihre Balkone zu begeben und mit Lichtern, Flaggen, Singen und Händeklatschen den Piloten der Luftwaffe dafür zu danken, was sie heroisch für ‹uns› tun, um die iranische Bedrohung und die libanesische Hisbollah zu eliminieren. Kein Wort von den Tausenden, die dabei ihr Leben verlieren. Die Journalistin Yoana Gonen schreibt am 9. März in der Tageszeitung ‹Haaretz› unter dem Titel: ‹Zurück zur Routine, unter Feuer›: «Der emotionale Faschismus begnügt sich nicht damit, den Widerstand gegen den Krieg zum Schweigen zu bringen. Er fordert, dass ihr ihn genießt und mehr davon verlangt, dass ihr euch in ihn verliebt, dass ihr euch bedankt. In so einer Realität ist auch das Klagen eine Art von Aufstand: Das Verweigern, sich an das Unerträgliche zu gewöhnen.»
Udi Levy · 17. März 2026 · 4 Min.

Kunst wie Natur werden durch die Betrachtenden ‹realisiert›. Der Mensch schafft Wirklichkeit, weil er geistig Intuiertes in der sinnlichen Welt wahrnehmbar machen kann.
Hans-Christian Zehnter · 09. März 2026 · 3 Min.

Es gibt Begriffe, die mit einem Schlag ein Licht werfen, den Blick in die Tiefe der Zeit freigeben. Das Wort ‹Verlust› ist solch ein Schlüsselbegriff. Der Soziologe Andreas Reckwitz hat ihn mit seinem Buch ‹Verlust – Ein Grundproblem der Moderne› ins Gespräch gebracht.
Wolfgang Held · 04. März 2026 · 4 Min.

Im Leben gibt es Ereignisse, die wir nicht sogleich verstehen. Sie weisen auf etwas hin, das nicht im Wachbewusstsein liegt. Wir begegnen einem Anteil in uns, der von größeren Zusammenhängen spricht und uns öffnet für die eigene Reichweite.
Elke Schmitter · 24. Februar 2026 · 4 Min.

In der Schule übt man das Interpretieren von Texten – in der Schule des Lebens dann Menschen lesen zu lernen: Wie deute ich Gesten, Blicke, Worte? Umso wichtiger ist das reine Wahrnehmen, bevor bloße Spekulationen handlungsleitend werden.
Andreas Laudert · 19. Februar 2026 · 4 Min.