Das Goetheanum
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Literatur

16 Beiträge

Arbeit am menschlichen Handeln

Arbeit am menschlichen Handeln

Der Berliner Kunstplanbau lädt im Juli zu seinen diesjährigen Literaturtagen ein. Leitmotiv ist der Umgang mit der Bedrohung der Lebensgrundlagen auf dem Planeten Erde. Es gilt zu erkennen, dass der Glaube an Erlösung keine Alternative zur Arbeit am menschlichen Handeln in der Welt ist. Die Literaturlesungen, weiterführenden Referate und Gespräche machen eine Herangehensweise an die Herausforderungen konkret. Als Auftakt spricht die Regisseurin und Autorin Marlene Streeruwitz am 2. Juli über ein ‹Handbuch gegen den Krieg› und ein ‹Handbuch für die Liebe›. Am 9. Juli kommen die Buddhologin und buddhistische Nonne Carola Roloff und der Zen-Meister Alexander Poraj über die Zeitgemäßheit von Spiritualität ins Gespräch. Am 16. Juli widmet sich Wolf-Ulrich Klünker, Professor für Philosophie und Erkenntnisgrundlagen der Anthroposophie an der Alanus-Hochschule, in seinem Vortrag dem Wirken der Engel in der heutigen Zeit. Die Stimme des Engels ist leise geworden, so Klünker, aber er existiert in der geistigen Ich-Dimension des Menschen. In seinem Beitrag führt er die Entwicklungsdimensionen von Mensch und Engel aus.

Redaktion · 17. Juni 2026 · 1 Min.

Kosmisch-seelische Konjunktion

Kosmisch-seelische Konjunktion

Noch stehen Venus und Jupiter mehr als zwanzig Grad auseinander. Doch täglich verringert Venus in ihrem schnellen Lauf die Distanz um fast ein Grad. Am 9. Juni ist es dann so weit: Dann stehen die beiden hellsten Planeten in Konjunktion zueinander. Weil die Bahnebenen der einzelnen Wandler gering zueinander geneigt sind, bleibt ein kleiner Abstand erhalten. Bei dieser Konjunktion sind es zwei Grad. Das entspricht dem Abstand von vier Monddurchmessern. Doch schon die Wochen vor der eigentlichen Konjunktion sind eine Gelegenheit, im kosmischen Schauspiel die Beziehung der Tugenden Liebe und Weisheit im Bild dieser Himmelslichter zu betrachten und zu verstehen. Jupiter gilt in der antiken Vorstellung als Repräsentant für Weisheit. Das spiegelt sich eindrucksvoll in seiner physikalischen Erscheinung. Er ist zwölfmal so groß wie die Erde und läuft in knapp zwölf Jahren durch den Tierkreis. Außerdem sind es zwölf Wolkenbänder, die auf seiner Oberfläche gegeneinander scheren. Die Zahl Zwölf repräsentiert das Ganze, und diese Vollständigkeit vermag nur die Erkenntnis zu fassen. So überrascht es nicht, wenn der Planet der Weisheit die Zahl Zwölf in sich trägt. Und Venus? Der Planet von Schönheit und Liebe ist der einzige der Wandelsterne, der auf einer runden und nicht elliptischen Bahn um die Sonne zieht. Auch ist Venus als Himmelskörper perfekt rund und nicht abgeflacht wie die anderen Planeten. So wie sich in diesen Phänomenen die Schönheit von Venus spiegelt, so ist ihr extrem hoher Druck an der Oberfläche ein Bild für die Liebe. Bei einem 93 mal höheren Druck als auf der Erde ist die Luft der Venus nicht mehr gasförmig oder flüssig, sondern beides zugleich – fluide. Venus hebt, wie es zur Tugend der Liebe gehört, die Gegensätze auf. Jetzt werden die beiden Planeten bald für kurze Zeit zu einem Zwillingsgestirn und inspirieren so dazu, in der eigenen Seele die Konjunktion von Liebe und Erkenntnis herzustellen. Alles und jeden mit der Wärme des Herzens und der Klarheit des Hauptes begreifen zu lernen.

Wolfgang Held · 28. Mai 2026 · 1 Min.

Poetisieren der Welt

Poetisieren der Welt

Wer einmal den Klang von Novalis’ Dichtungen oder Aphorismen gehört und davon berührt wurde, vergisst ihn nicht mehr. Wer ihn noch nicht kennt, dem eröffnen sie eine neue Welt. Es sind Worte, die das Licht des Geistes in sich tragen. Sie bringen eine andere Schicht der Wirklichkeit zum Ausdruck, die wir in Märchen und Mythen als Atmosphäre erleben können. Diese Sphäre wird bei Novalis als Lebensrealität poetisch konkret: «Die Welt muss romantisiert werden. So findet man den ursprünglichen Sinn wieder», ruft er uns in einem Aphorismus zu. Die Welt ist nicht schon fertig, sie kann durch das Wort verwandelt werden und der Mensch tritt zu ihr in ein wahrhaftiges Verhältnis.

Christiane Haid · 14. April 2026 · 1 Min.