Das Goetheanum
Rubrik · Allgemeine Anthroposophie

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Allgemeine Anthroposophie

24 Beiträge

Sinn für tiefere Wirklichkeit

Sinn für tiefere Wirklichkeit

Wolfgang Müller ist bekannt für seine Publikationen zur Anthroposophie. In einem Vortrag am Goetheanum wendet er sich der entspiritualisierten Neuzeit zu und stellt die Frage, wie wir in diesem Kontext einen Sinn für tiefere Wirklichkeiten wecken können. In einem Vergleich der verschiedenen Epochen und Kulturen, von der ‹Odyssee› über die ‹Bhagavad Gita› bis zu Goethes ‹Faust›, stellt er fest, dass alle alten Kulturen davon ausgingen, dass es nicht nur eine sichtbare und anfassbare Welt gibt, sondern auch eine unsichtbare Welt, die für das menschliche Leben mindestens genauso relevant ist wie die sichtbare. Diese geistige oder auch göttliche Welt war damals etwas Selbstverständliches; in der Moderne ist sie es jedoch nicht mehr. Dieselben Gedanken existieren zwar immer noch, stehen aber unter einem Rechtfertigungsdruck, müssen ihre Daseinsberechtigung erklären. Vor diesem Hintergrund spricht Müller über die Sehnsucht nach einer geistigen Heimat, über die Härte der Abweisung und über mögliche Zugänge zu einem spirituellen Leben.

Redaktion · 17. Juni 2026 · 1 Min.

Psychologossophie

Psychologossophie

Ob Udo Lindenberg, der gerade 80 Jahre alt wurde, oder eine meiner Klientinnen, die aus dem Iran stammt und viel erlebt hat: Menschen mit existenziell gefährdenden Erlebnissen im Gepäck richten sich oft aus der Tiefe ihrer Seele auf. Sie schöpfen aus einer lebenkraftenden Achse, häufig ohne wirklich von ihr zu wissen. Andere wenden sich bewusst dieser Lebensachse zu, um sich beispielsweise in einer traumatisierten Seele selbst ergreifen zu können. Dahinter steht die Frage: Kann ich in meinem Ich-Sein eine existenzielle Kraftachse bilden, die es mir ermöglicht, mich in der ‹Vertikalen› als ganz eigener Mensch selbst und therapeutisch zu durchdringen? Dass in meiner Seele der «innere Mensch auferstehen»1 kann. Innere, verwandelnde Durchdringung also bis in tiefste Tiefen und Höhen – und alles in einer einzigen ‹Vertikalen›. Eine Kraftachse, die im anthroposophischen Menschenbild durch zwei Ich-Qualitäten gebildet wird: geistiges oder kosmisches Ich und junges Ich in der Seele. Mit dieser Kraftachse rechnen Experten für Trauma und benennen sie ihrem Menschenbild gemäß. So zum Beispiel Peter Levine.2 Der Psychiater Boris Krause sagt: «Es reicht für traumatisierte Menschen nicht, wenn sie an etwas Schönes denken, sie müssen es existenziell fühlen.»3 Er beschreibt Traumata als ‹Frachtgut› im Lebensfluss. Steine im Fluss, die Leben binden. Und es ist meist ein längerer Weg, schwere Steine wirklich davonschwimmen zu sehen. Und gerade für diese lebenbefreiende innere Bewegung ist eine vertikale Kraftachse in Ausbildung von so großer Bedeutung! Denn aus welcher Quelle sollte in der Tiefe Lebenskraft zur inneren Neuausrichtung, zur inneren Auferstehung kommen, wenn nicht aus dieser im Geist beheimateten Ich-Seelen-Achse? Je nach Denkweg, gesunde Individuation auf der Erde wie im Himmel, in einer sich weitenden Welt, oben wie unten. Für dieses der Anthroposophie immanente Feld bildete sich in mir Himmelfahrt 2018 das Wort ‹Psychologossophie›. Unter diesem Titel veranstalte ich am 2. Oktober im Rudolf-Steiner-Haus Hamburg einen Abend.

Marion von der Wense · 28. Mai 2026 · 1 Min.

Rudolf Steiner als Lernender

Rudolf Steiner als Lernender

Es ist eine gängige Perspektive, dass Rudolf Steiner als Person und auch als historische Persönlichkeit den Archetyp des Lehrers beziehungsweise des Lehrenden verkörperte. Man muss nur an all die Vorträge und Impulse denken, die er vor allem in den Jahren vor seinem Tod gegeben hat und die bis in die heutige Zeit Inspiration und Orientierung bieten. Weniger oft wird Steiner als Lernender gesehen, obwohl seine Biografie zeigt, wie tief sein Leben vom Lernen durchdrungen war. In ihrem Beitrag nähert sich Constanza Kaliks, Mitglied des Leitungsteams der Allgemeinen Anthroposophischen Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft, an Steiner als Lernenden an. Sie gibt Einblicke in die frühen Jahre des suchenden Schulkinds Rudolf, in seine Arbeit als junger Nachhilfelehrer sowie als Pädagoge, der an seinen Schülerinnen und Schülern weiterlernt. Schließlich führt Kaliks aus, wie aus Steiners individueller Biografie eine moderne, geistige Lernkultur entstanden ist.

Redaktion · 14. April 2026 · 1 Min.

Reinkarnation und Karma

Der Eurythmist und Osteopath Michael Klemt lädt die Zuhörenden in seinem Vortrag dazu ein, sich den grundlegenden Aspekten in Rudolf Steiners Karmavorträgen aus einer neuen Richtung zu nähern. Klemts Arbeitsweise basiert dabei auf einem lebendigen Verständnis von Reinkarnation und Karma: Sein Zugang ist nicht theoretisch, sondern funktioniert mithilfe von konkreten Übungen. Dazu gehören beispielsweise die Rückschau auf den Tag und das eigene Leben, die seelische Beobachtung sowie das Erspüren eines ‹zweiten Selbst›. Anhand verschiedener Quellen, die auf Steiner zurückgehen, in Kombination mit praktischen Beispielen zeigt Klemt dem Publikum, wie jede und jeder das verborgene innere Überschuss-Selbst entdecken, ihm vertrauen und somit Schritt für Schritt eine geistige Realität hinter dem Alltagsleben erfahren kann.

Redaktion · 01. April 2026 · 1 Min.

Waldorfpädagogik und Anthroposophie in Lateinamerika

Waldorfpädagogik und Anthroposophie in Lateinamerika

Wo richtet sich heute der Ruf an die menschliche Seele? Wo an das Menschenbild im Sinne der Anthroposophie? Und wo an die Frage nach der Menschenwürde, vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen? Wie können wir es schaffen, die Wärme des Herzens in uns selbst und im zwischenmenschlichen Raum zu bewahren? Die argentinische Waldorflehrerin Maria Nardini erzählt in ihrem Vortrag davon, wie sie und andere in anthroposophischen Initiativen tätige Menschen in Argentinien diese Fragen immer wieder für sich und gemeinsam beantworten. In einem Exkurs zur Geschichte der Anthroposophie in Lateinamerika beschreibt sie, welche Menschen diese dorthin gebracht haben, welche kulturellen und sprachlichen Spannungen es zu überwinden galt, wie die ersten Waldorfschulen entstanden sind, wie Krisen kamen und neue Wege aufzeigten. Nardini teilt zudem ihre eigenen Erfahrungen, als Kind in Argentinien aufzuwachsen und später dort als Pädagogin zu arbeiten. Zum Abschluss stellt sie eine weitere Frage: Wie können wir durch Begegnung eine würdigere Zukunft für die nächste Generation gestalten?

Redaktion · 26. März 2026 · 1 Min.

Mit zwölf Sinnen

Mit zwölf Sinnen

Durch das Leben zu gehen und dabei mit den eigenen Sinnen verbunden zu bleiben, ist nicht immer leicht: Zu sehr leben wir in einer Welt der permanenten Reizüberflutung. Informationen, Bilder und Ansprüche prasseln auf uns ein, bis es unausweichlich scheint, als Konsequenz und auch als Selbstschutz abzustumpfen. Eine Beziehung zu den eigenen Sinnen aufzubauen, eröffnet jedoch gleichzeitig einen Zugang zu mehr innerer Wachheit, Inspiration und Fülle. Gibt es also doch Wege zu einem sinnerfüllten Sein? Der zwölfmonatige, deutschsprachige Onlinekurs ‹Perception›, deutsch: ‹Wahrnehmung›, basiert auf der Idee, dass es anstatt nur fünf Sinne ganze zwölf Sinne gibt, und er vermittelt den Teilnehmenden, wie sie mit diesen in Kontakt kommen können. Die Kursleitenden arbeiten unter anderem mit den Grundlagen der anthroposophischen Kunsttherapie. Die Inhalte fokussieren sich auf eine Feinabstimmung der eigenen Wahrnehmung in allen Lebenssituationen. Der Kurs findet zweimal jährlich im März und September statt. Vorerfahrungen sind nicht notwendig.

Redaktion · 17. März 2026 · 1 Min.

Anthroposophie in Stuttgart

Anthroposophie in Stuttgart

Stuttgart und seine Umgebung sind einer der Orte in Deutschland, an dem eine Vielfalt anthroposophischer Initiativen lebendig geworden sind. Mit der Zeit sind in der baden-württembergischen Hauptstadt und im Umland viele Ideen der Anthroposophie in die Praxis umgesetzt worden, in Form von Waldorfschulen und -kindergärten, heilpädagogischen Einrichtungen, einer Klinik, die im Sinne der Anthroposophischen Medizin arbeitet, Demeter-Höfen, Kulturorten und verschiedensten Unternehmen. Wer die Anthroposophie und die aus ihr entstandenen Initiativen zelebrieren oder besser kennenlernen möchte, hat dazu Gelegenheit bei der Langen Nacht der Anthroposophie, die am 27. Juni in Stuttgart stattfindet. Organisiert wird die Veranstaltung von der Anthroposophischen Gesellschaft in Stuttgart, in Zusammenarbeit mit einer Vielzahl weiterer lokaler anthroposophischer Zentren und Einrichtungen. Das Programm umfasst diverse Angebote, die in das Welt- und Menschenbild der Anthroposophie einführen, sowie Beiträge zu Themen wie Bildung, Ernährung, Philosophie, Gesundheit und Spiritualität. Auf mehreren Bühnen kann das Publikum Theaterstücke, Konzerte und Eurythmie erleben. Workshops bieten zudem einen interaktiven Zugang zur Anthroposophie.

Redaktion · 04. März 2026 · 1 Min.

Karmagedanke als Zukunft

Karmagedanke als Zukunft

In ihrem Vortrag erfasst die frühere Pfarrerin und Dozentin Mechtild Oltmann den Begriff der ‹Zeitenwende› aus einem anthroposophischen Blickwinkel. Sie bezeichnet die Geschehnisse der Zeitenwende als Grund für unser aller Hiersein und nähert sich diesem Mysterienwort durch konkrete Beispiele an. Sie webt den Begriff ein in einen historischen Teppich, der das Wirken Rudolf Steiners, Apokalypse-Bilder und Nahtoderfahrungen umfasst sowie die Begegnung mit Christus im Sterben und die individualisierten Biografien der heutigen Zeit. Oltmann führt aus, inwieweit Reinkarnation und Karma zur eigentlichen Botschaft des Christentums werden könnten und was das wiederum für unsere Freiheit, Schuld, unseren Sinn und unsere Verantwortung bedeutet.

Paula Boslau · 04. März 2026 · 1 Min.

Der Ich-Sinn und die physische Begegnung im digitalen Zeitalter

Der Ich-Sinn und die physische Begegnung im digitalen Zeitalter

Der Vortrag von Salvatore Lavecchia, Professor für Geschichte der antiken Philosophie, Dozent an der italienischen Universität von Udine, Mitforscher am Philosophicum in Basel und Autor mehrerer Bücher, ist eine Einladung an das Publikum, neu darüber nachzudenken, was es wirklich bedeutet, Mensch zu sein. Er führt dazu seine Untersuchungen zum Ich-Gefühl als Kernstück der Anthroposophie aus. Welche Rolle spielt es in der lebendigen Begegnung zwischen Menschen im physischen Raum? Diese Begegnung wird laut Lavecchia erst durch den Sinnesorganismus ermöglicht: Durch das Anhören des anderen wird das Geheimnis des «gemeinsamen Fühlens» zur Revolution. Das Ich ist kein geschlossener Punkt, sondern eine sich öffnende Realität, die den anderen aufnimmt und jeden authentischen Dialog begründet, der heute durch die digitale Welt bedroht ist.

Redaktion · 24. Februar 2026 · 1 Min.

Ita Wegman

Ita Wegman

Am Wochenende vom 20. bis 22. Februar veranstaltet das Goetheanum zum 150. Geburtstag von Ita Wegman, Mitbegründerin der Anthroposophischen Medizin, eine Konferenz. Zehn Vorträge zu den medizinischen Feldern ihrer Arbeit, ein Podium, eine Lesung und ein Dialog würdigen ihre anthroposophisch-medizinische Pionierarbeit und sind eine Verständnissuche nach ihrem Wesen als Pionierin. Es gehe an der Konferenz um die Zukunft, betont Peter Selg vom Vorbereitungskreis, und unterzeichnet die Einladung zur Konferenz mit ihrem Wort: «Ich bin für Fortschreiten.» Über das Jahr verteilt hält Peter Selg dann außerdem Onlinevorträge in englischer Sprache mit spanischer Übersetzung. Den ersten Termin verfolgten über 1000 Interessierte. Der nächste Termin: 5. April, 17 Uhr: ‹The Heart as Organ for Destiny, Ita Wegman and Rudolf Steiner›. Es folgt am 28. Juni ‹A Cosmic-earthly Path, Ita Wegman and the Michael School›.

Redaktion · 19. Februar 2026 · 1 Min.

Gute Nachrichten

Gute Nachrichten

Mitte der 1990er-Jahre wandelte die Anthroposophische Gesellschaft in Hawaii ihren kleinen, vierteljährlich erscheinenden Newsletter in eine Fachzeitschrift um. Diese informierte über Neuigkeiten, Veranstaltungen und Ideen zu Waldorfpädagogik, biodynamischer Landwirtschaft, Anthroposophischer Medizin und einem breiten Spektrum spirituell-wissenschaftlicher Themen im Pazifikraum. Nach einer erfolgreichen Pazifik-Konferenz in Hawaii und auf Wunsch der neu gegründeten Asia-Pacific Initiative Group (APIG), die sich 1996 auf den Philippinen formte, wurde das ‹Pacifica Journal› ins Leben gerufen und sowohl als Printausgabe als auch als E-Mail-PDF versandt. Über viele Jahre hinweg wuchs diese vierteljährlich erscheinende Abonnementzeitschrift, da die APIG gemeinsam mit weiteren Partnern in Indien, Thailand, Japan, Korea, Nepal, Neuseeland und den Philippinen Konferenzen organisierte. Zahlreiche Initiativen im asiatisch-pazifischen Raum wurden in der Zeitschrift vorgestellt; unabhängige Forschungsergebnisse und fundierte Meinungen wurden veröffentlicht. Das ‹Pacifica Journal› entwickelte sich schließlich zu einer halbjährlich erscheinenden, ausschließlich als PDF verfügbaren und kostenlosen Zeitschrift. Die Abonnierenden befinden sich mittlerweile nicht nur im asiatisch-pazifischen Raum, sondern weltweit. Die Lebensrealität in asiatisch-pazifischen Regionen wird besonders von sich ständig verändernden Faktoren wie Gesundheitswesen und Bildung, Klima und natürlichen Ressourcen, sozialen Krisen und Konflikten beeinflusst. Allzu oft sind Berichte aus diesen Regionen ‹schlechte Nachrichten›. Umso wichtiger ist es, auch die guten Nachrichten zu hören. Vom zentralpazifischen Archipel Hawaii und aus dem gesamten asiatisch-pazifischen Raum versucht das ‹Pacifica Journal›, einige dieser positiven Nachrichten und Informationen über die Anthroposophie in die Welt zu tragen.

Van James · 12. Februar 2026 · 1 Min.