Das Goetheanum
Rubrik · Jugend

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Jugend

18 Beiträge

In Kunst die Stimme finden

In Kunst die Stimme finden

Im Oktober 2024 startete die Alanus-Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Kooperation mit der Gemeinde Alfter ein kunsttherapeutisches Projekt mit Kindern aus geflüchteten Familien. Einmal wöchentlich haben Studierende der Kunsttherapie, unterstützt von ihren Professorinnen und Professoren, einen Raum geöffnet, in dem sich Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 5 und 14 Jahren mit verschiedensten Kunstmaterialien ausdrücken konnten. Worte für ihre Fluchterfahrungen zu finden, kann vor allem für sehr junge Menschen schwierig sein. Der Ausdruck mit Ton, Farbe und Papier kann eine alternative Stimme bieten. Die in den Workshops entstandenen Werke können noch bis zum 29. April im Rathaus der Gemeinde Alfter besichtigt werden. Die Malereien, Collagen und Plastiken bieten einen persönlichen Einblick in die Erfahrungen, Erinnerungen und Wünsche der Kinder. Die Ausstellung zeigt, wie Kunst Begegnung, Austausch und Integration unterstützen kann.

Redaktion · 26. März 2026 · 1 Min.

Durch Kinderaugen

Durch Kinderaugen

Von Kindern gemalte Bilder bieten unmittelbare Einblicke in ihre Welt- und Selbstwahrnehmung. Die ästhetisch-analytische Betrachtung der Bilder ist nicht nur für Eltern und Bezugspersonen spannend, sondern auch für in der Kunstpädagogik, Kultur- und Medienwissenschaft und Psychologie tätige Menschen sowie für die therapeutische und künstlerische Forschung. Das Kinderbildarchiv der Alanus-Hochschule für Kunst und Gesellschaft ist eines der größten in Deutschland. Es umfasst rund 200 000 Kinderzeichnungen; die frühesten stammen aus den 1920er-Jahren. Die Sammlung wurde vor etwa 15 Jahren von der Universität zu Köln übernommen und seitdem kontinuierlich erweitert. Diese Zeitspanne von über 100 Jahren macht das Archiv zu einem wertvollen kultur- und bildungshistorischen Zeugnis. Die gesammelten Bilder zeigen, wie Kinder aus verschiedenen Regionen und Kulturkreisen Deutschlands über ein ganzes Jahrhundert hinweg ihren Alltag gedeutet haben. Die kindliche Bildsprache dokumentiert dabei auch den gesellschaftlichen Wandel von einer analogen Welt hin zu einer von Medien und digitalen Technologien geprägten Lebensrealität. Rabea Müller, Leiterin des Instituts für Kunsttherapie am Fachbereich Künstlerische Therapien und Therapiewissenschaft der Hochschule, bezeichnet das Kinderbildarchiv als «einzigartiges kulturhistorisches Gedächtnis». Die Hochschule lädt Institutionen und Fachleute dazu ein, sie bei der professionellen Archivierung der Bilder zu unterstützen, sodass vor allem die älteren Bilder vor einem drohenden Materialverfall bewahrt werden und das Archiv für eine zeitnahe wissenschaftliche Nutzung verfügbar ist.

Paula Boslau · 09. März 2026 · 1 Min.

Junge Eurythmie

Junge Eurythmie

Eurythmie ist nicht nur Tanz und Bewegung; sie ist eine Kunstform, die Musik, Poesie und das Erzählen von Geschichten in sich aufnehmen kann, um sie dann als harmonische Synergie an das Publikum zurückzugeben. Dabei bietet die Eurythmie Menschen in jedem Alter ein künstlerisches Ausdrucksmittel. Vom 29. Juli bis 12. August findet an der Eurythmieschule Eurythmy Spring Valley im US-Bundesstaat New York ein eurythmischer Intensivkurs für junge Erwachsene im Alter von 17 bis 20 Jahren statt. Der Kurs öffnet für die Teilnehmenden einen fokussierten Raum, in dem sie sich mit der Kunst, der Bedeutung und der Kraft von Eurythmie auseinandersetzen können. Die jungen Tänzerinnen und Tänzer nehmen an täglichen Eurythmieproben teil, die als Vorbereitung für eine öffentliche Abschlussperformance dienen. Sommerlich abgerundet wird der Stundenplan durch kreative Schreibübungen, Musik, Spiele, Schwimmen und einen Ausflug nach New York City. Stipendien können beantragt werden.

Redaktion · 04. März 2026 · 1 Min.

Eine Lichtgestalt in Davos

Eine Lichtgestalt in Davos

Davos, 21. Januar 2026 – eine andere Geschichte des World Economic Forum. Schwarze Limousinen schieben sich durch die Hauptstraße von Davos. Schwere Fahrzeuge, Sicherheitskräfte, Absperrungen. Das vertraute Bild des Weltwirtschaftsforums (WEF): konzentriert, abgeschirmt, zielgerichtet. Menschen in dunklen Mänteln eilen von Termin zu Termin, die Zukunft der Welt in dichten Programmen verhandelt. Und dann, am Bubenbrunnenplatz, hält etwas inne. Mitten im Strom des WEF steht plötzlich eine leuchtende Figur. Größer als die Menschen, die sie umgeben. Still. Ohne Worte. Sie stellt keine Forderungen, sie erhebt […]

Team des World Child Forum · 24. Februar 2026 · 1 Min.

Die Tür ist offen

Die Tür ist offen

Das Leben im House of Youth of Peace in Nagomari entwickelt sich rasant – manchmal schneller, als wir es selbst fassen können. Von Juni bis Dezember 2025 kümmerten sich nur drei junge Personen um Haus, Tiere und Garten. Das ist nicht viel, vor allem angesichts des Umfangs der zu erledigenden Aufgaben. Doch gerade diese enge Verbundenheit und die geteilte Verantwortung machen den besonderen Reiz der Gemeinschaft aus. Der Hof und das umliegende Land waren schon immer ein Ort der Begegnung. In den vergangenen Monaten kamen Freunde, Veranstaltungsteilnehmende und Gäste aus der Ukraine, aus Russland, Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Großbritannien und aus der Türkei nach Nagomari. Gemeinsam arbeiteten wir an den unterschiedlichsten Themen – von biodynamischer Landwirtschaft bis Wirtschaft, vom Sprachenlernen bis zur Pädagogik. Im Sommer fand hier ein Ferienlager für Kinder statt, in dem die jungen Teilnehmenden lernten, miteinander und mit dem Hof in Beziehung zu treten. In diesem Jahr wurde das Haus nach und nach für den Alltag ausgestattet: Wir haben eine Heizung und ein Badezimmer installiert, einen permanenten Wasseranschluss verlegt und führen weiterhin Reparaturen durch, während wir uns um das umliegende Gelände kümmern, die Kühe versorgen, Walnussbäume beschneiden und Trauben ernten. Diese Arbeit ist anspruchsvoll, lehrt aber Verantwortung, Demut und echte Zusammenarbeit. Manchmal schlägt Begeisterung in Erschöpfung um, oder es mangelt an helfenden Händen, Zeit und Klarheit bei der Aufgabenverteilung. Die wichtigste Lektion bleibt, achtsam miteinander umzugehen – bei der gemeinsamen Arbeit, im Gespräch, in der Stille und in Momenten des Konflikts. Die Arbeit in Nagomari geht auch über praktische Aufgaben hinaus: Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Sammeln und Teilen persönlicher Geschichten aus Kriegszeiten – Stimmen von Menschen, die auf verschiedenen Seiten von Grenzen leben. Diese Arbeit ist emotional, ethisch und organisatorisch herausfordernd, öffnet aber die Tür für eine verbindende Erinnerungskultur. Dialoge und gemeinsames kreatives und praktisches Arbeiten schaffen ein Fundament für Heilung und lehren uns gleichzeitig, Grenzen anzuerkennen. In diesem Spannungsfeld liegen sowohl unsere Verletzlichkeit als auch unser Potenzial. Wir danken der Software-ag-Stiftung, der Stiftung FGB, der GLS-Treuhand mit der Zukunftsstiftung Landwirtschaft und der Stiftung Evidenz für ihre finanzielle Unterstützung. Wir freuen uns immer über neue Begegnungen. Ein weiteres Jugendtreffen findet im April statt.

Leo Smyrnov · 19. Februar 2026 · 1 Min.