
14 Beiträge · Ausgabe 17/2026
Editorial

Poesie
Wenn du etwas wissen willst und es durch Meditation nicht finden kannst, so rathe ich dir, mein lieber, sinnreicher Freund, mit dem nächsten Bekannten, der dir aufstößt, darüber zu sprechen. Es braucht nicht eben ein scharf denkender Kopf zu sein, auch meine ich es nicht so, als ob du ihn darum befragen solltest, nein! Vielmehr sollst du es ihm selbst allererst erzählen.
Heinrich von Kleist · 21. Apr.

Kolumne
Eine anthroposophische Kontemplation über das Wesen von Gleichnissen mit zwei Beispielen zum Denken.
Hao Bu · 21. Apr.

Geschichte
Emil Molt war weltzugewandt und kompromisslos überzeugt von der Wirksamkeit des Geistigen. Aus mutiger Intuition ermöglichte er 1919 im ungewöhnlichen Zusammenspiel von Arbeiterschaft und Unternehmer die Gründung der ersten Waldorfschule. Am 14. April war sein 150. Geburtstag.
Tomáš Zdražil · 21. Apr.

Malerei
Im Jahr 1926, vor 100 Jahren, kam ein 20-jähriger Kunststudent vom Royal College of Art in London zu einer Sommertagung ans Goetheanum in Dornach. Er hatte eigentlich vor, seine Reise nach Frankreich fortzusetzen, entschied sich jedoch, zu bleiben. So sehr hatte ihn dieser Ort ein Jahr und vier Monate nach Rudolf Steiners Tod angezogen. Als er etwa 50 Jahre später in einem Interview gefragt wurde, wie es im Goetheanum in den ‹Anfängen› gewesen sei, war eine seiner stärksten Erinnerungen die nachhaltige Stimmung, die besondere Atmosphäre des Ortes: «Das Leben hier war damals ganz anders. Es war eine Stimmung, eine ungeheure Stimmung hier! Ich war kurze Zeit auch Wächter, als es im Bau noch keinen [Großen] Saal gab, sondern nur Gerüste dort waren. Von oben tropfte etwas […], man hörte es nach einiger Zeit unten als Klang tief in der Nacht. Ich war Dämmerungs-Wächter meistens und schlief dann oben in der Schreinerei. Man musste um sechs Uhr schon aufstehen und da sein bis zehn Uhr. Ich konnte deswegen in alle Räume gehen. So kam ich immer in Dr. Steiners Atelier, und auch in Frau Dr. Steiners Räume. Also, was da für Stimmung war! Dr. Steiners Bett war noch da, wie es war. Sein Tisch mit seinem Schreibzeug. Alles genau, wie er es gebraucht hatte, war noch da. Die Holzstatue war noch da, Luzifer und Ahriman waren noch da, und der wunderschöne Plastilin-Christus-Kopf. […] Und dann die Proben, die man damals mitmachte, und diese Menschen da. Es war voll die Luft! Es kam ganz ‹Dornach› zu den Vorlesungen damals, Zuccoli, Savitch, jeder war da, man kannte sie. Nicht dass man mit denen sprach, aber es gab einfach Stimmung. Und auf der Bühne, was da geschah! Ja, und auch in den Proben. Das war wirklich etwas! – Es waren viel weniger Menschen da, vielleicht 300 oder so etwas. Keine Fremden durften zur ersten Zeit [nach dem Brand] in das Gelände überhaupt kommen. Das kleine Wachhaus, – Dubach stand dort, Kemper stand dort, Trapesnikov war da. […] Ob ich in die Probe kommen durfte, weiß ich nicht mehr – aber ich ging einfach hin und sie [Marie Steiner] hat mich nicht herausgeworfen. Ich saß ganz hinten und schaute zu – es war wirklich sehr interessant! Ich war bei den Eurythmie- und Schauspielproben – beides. Und sie war derart streng, Frau Dr. Steiner. Und dann Steffen, er las die Vorträge von Rudolf Steiner vor, wie wenn es seine eigenen wären. Das war etwas; enorm, wie das war! Ich verstand alles, obwohl ich erst die Sprache lernte allmählich. Aber man verstand es einfach.»11
Caroline Chanter · 21. Apr.
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Paula Boslau
21. Apr. · Malerei
Caroline Chanter
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Wolfgang Held
21. Apr. · Video
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