Das Goetheanum
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Sinn für tiefere Wirklichkeit

Sinn für tiefere Wirklichkeit

Wolfgang Müller ist bekannt für seine Publikationen zur Anthroposophie. In einem Vortrag am Goetheanum wendet er sich der entspiritualisierten Neuzeit zu und stellt die Frage, wie wir in diesem Kontext einen Sinn für tiefere Wirklichkeiten wecken können. In einem Vergleich der verschiedenen Epochen und Kulturen, von der ‹Odyssee› über die ‹Bhagavad Gita› bis zu Goethes ‹Faust›, stellt er fest, dass alle alten Kulturen davon ausgingen, dass es nicht nur eine sichtbare und anfassbare Welt gibt, sondern auch eine unsichtbare Welt, die für das menschliche Leben mindestens genauso relevant ist wie die sichtbare. Diese geistige oder auch göttliche Welt war damals etwas Selbstverständliches; in der Moderne ist sie es jedoch nicht mehr. Dieselben Gedanken existieren zwar immer noch, stehen aber unter einem Rechtfertigungsdruck, müssen ihre Daseinsberechtigung erklären. Vor diesem Hintergrund spricht Müller über die Sehnsucht nach einer geistigen Heimat, über die Härte der Abweisung und über mögliche Zugänge zu einem spirituellen Leben.

Redaktion · 17. Juni 2026 · 1 Min.

Der Mut zur Gemeinschaft

Der Mut zur Gemeinschaft

Teil einer Gemeinschaft zu sein, ob groß oder klein, erfordert auch Mut. Darüber spricht der Arzt David Martin in seinem Beitrag bei der Landwirtschaftstagung 2026. Er berichtet, wie Meditation, Transzendentale Meditation und Aufenthalte in der Natur ihm Erkenntnisse bezüglich der spirituellen Dimension der biodynamischen Landwirtschaft ermöglichten. Martin lädt das Publikum zur Teilnahme an einer Wissenschaft ein, die Geist, Medizin und die Erde synergetisch zusammenbringt. Einen lebhaften Hintergrund bilden dafür sein eigenes Leben als Suchender, Rudolf Steiners Geisteswissenschaft, Anekdoten aus seiner medizinischen Ausbildung und seinem Alltag als Arzt und Wissenschaftler sowie überraschende Forschungsergebnisse zu Boden, Gesundheit und sogar Gurken.

Redaktion · 10. Juni 2026 · 1 Min.

Zuerst bin ich Mensch

Zuerst bin ich Mensch

Im Gespräch mit Udi Levy erzählen der Israeli Rami Elhanan und der Palästinenser Bassam Aramin von ihrer ungewöhnlichen Freundschaft. Kennengelernt haben sie sich als Mitglieder der Organisation Parents Circle Families’ Forum, die Menschen zusammenbringt, die im Konflikt zwischen Palästina und Israel Angehörige verloren haben. So auch Elhanan und Aramin: Beide verloren ein Kind. Aramins Tochter wurde im Alter von zehn Jahren von einem israelischen Grenzpolizisten getötet. Elhanans 14-jährige Tochter starb bei einem palästinensischen Selbstmordattentat. Und doch brachen beide Männer mit der lang anhaltenden Tradition von blinder Wut und wurden Freunde. Sie wählten einen anderen Weg. Im Gespräch erzählen sie ihre Geschichte, von ihrer Arbeit als Co-Leiter des Parents Circle Families’ Forum, über ihren Umgang mit Konflikt und Trauer sowie darüber, wie Frieden möglich sein kann.

Redaktion · 03. Juni 2026 · 1 Min.

Kindergärten im Flüchtlingslager?

Kindergärten im Flüchtlingslager?

Für die Gesprächsreihe ‹Stimmen zur Zeit› spricht Gerald Häfner mit Wiebke Eden-Fleig über ihre Arbeit im Libanon im Kontext der andauernden Konfliktsituation zwischen Hisbollah und Israel. Der Krieg im Libanon steht dabei im globalen Bewusstsein eher im Schatten des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran; nichtsdestotrotz ist die Lage für die libanesische Zivilbevölkerung extrem prekär. Wiebke Eden-Fleig ist studierte Politologin und Nahostwissenschaftlerin sowie die Geschäftsführerin von Just Childhood, einer Organisation, die palästinensische und syrische Kinder aus geflüchteten Familien und Kinder aus sozial gefährdeten Familien im Libanon bei ihrem Bildungsweg unterstützt. Sie erzählt von ihrer Reise in das riesige palästinensische Flüchtlingslager Shatila und wie sie dort trotz zahlreicher Widrigkeiten einen Waldorfkindergarten mit aufbauen konnte. Das Gespräch gibt zudem Einblicke in die gesellschaftliche Situation im Libanon und zeigt Wege des Engagements auf.

Redaktion · 28. Mai 2026 · 1 Min.

Die Bedeutung der Wärme in der Landwirtschaft

Die Bedeutung der Wärme in der Landwirtschaft

Martin von Mackensen, Leiter der Landbauschule Dottenfelderhof in Bad Vilbel, beginnt seinen Beitrag mit einer persönlichen Anekdote. Als er 15 Jahre alt war und in Kassel lebte, bat ihn sein Künstler-Onkel, für den als DDR-Bürger eine Reise nach Westdeutschland ausgeschlossen war, an seiner Stelle Joseph Beuys kennenzulernen. So kam es, durch verschiedene Umstände und Zufälle, dass der jugendliche Martin dabei war, als Beuys die Idee vorbrachte, Kassel als Kunstobjekt für die kommende Documenta zu bepflanzen. Erst Jahre nach seinem eigenen Mitwirken an der Bepflanzung fand von Mackensen heraus, dass der ‹Landwirtschaftliche Kurs› Rudolf Steiners einen signifikanten Einfluss auf Beuys’ Entwurf hatte, insbesondere Steiners Gedanken zur Blattwärme und Wurzelwärme. Von Mackensen spricht vor diesem Hintergrund über Beuys’ Kunstaktionen mit Kompost, Bäumen und goldener Krone. Er beleuchtet zudem Wärmequalitäten im Denken, die transformative Kraft der Erde als Zukunftsorgan und die Dynamik von Boden, Pflanzen, Tieren und Ton.

Redaktion · 20. Mai 2026 · 1 Min.

Innere Verwandlung und Achtsamkeit für die Welt

Innere Verwandlung und Achtsamkeit für die Welt

Tho Ha Vinh war ein international vortragender Dozent für Wohlbefinden und Bruttonationalglück, der als Sohn eines vietnamesischen Diplomaten und einer französischen Mutter in Paris aufwuchs. Er leitete viele Jahre das Gross National Happiness Center in Thimphu, der Hauptstadt Bhutans. In seinem Beitrag bezieht er sich auf alte Mythologien aus Ost und West, die zeigen, dass Landwirtschaft viel mehr bedeutet als der bloße Anbau von Nahrungsmitteln. Sie steht für die Verantwortung des Menschen, die Erde durch die innere Transformation der Seele zu verwandeln. Anhand von Beispielen aus seiner eigenen Biografie veranschaulicht Tho Ha Vinh, wie dies gelingen kann und wie wir ein Verständnis für die Erde und unsere Aufgaben entwickeln können, in einer Zeit, in der die Menschheit vor existenziellen ökologischen, sozialen und politischen Herausforderungen steht. An seinen Vortrag schließt ein Gespräch mit Chik Ying Chai, Jean-Michel Florin, Liron Israely und Sarah Sommer an.

Redaktion · 13. Mai 2026 · 1 Min.

Erneuerung der Mysterien aus Sicht der Pflege

Erneuerung der Mysterien aus Sicht der Pflege

In ihrem Vortrag bei der Internationalen Jahreskonferenz 2025 der Medizinischen Sektion am Goetheanum blickt Tania Prince, ausgebildete Pflegerin und Koordinatorin bei Young Impulses in Anthroposophic Medicine (YIAM), auf die Erneuerung der Mysterien aus Sicht der Pflege. Sie legt dabei einen besonderen Fokus auf die Frage nach der Bedeutung von Christus im medizinischen Kontext. In ihre Reflexionen zu 100 Jahren Anthroposophischer Pflege bindet sie ihre eigenen Erfahrungen ein, beispielsweise ihre Arbeit als Krankenschwester in kalten, unpersönlichen Notaufnahmen und ihre Reise nach Indien, wo sie mit buddhistischen Philosophien und der indischen Heilkunst Ayurveda in Kontakt kam. Sie führt aus, wie Wärme, Licht und inneres Engagement die Pflege heute erneuern und pflegerische Fürsorge in einer immer schnelleren und digitalisierten Welt unterstützen können.

Redaktion · 07. Mai 2026 · 1 Min.

Digitale Medien: Was heißt hier ‹Kompetenz›?

Digitale Medien: Was heißt hier ‹Kompetenz›?

Die alltägliche Nutzung digitaler Medien ist ein Thema, das zwar schon länger relevant ist, aber weiterhin an Dringlichkeit zunimmt. Gerade an Schulen und im Elternhaus birgt es zwischen Erwachsenen und Kindern sowie Jugendlichen ein großes Spannungs- und Konfliktpotenzial. In ihrem medienpädagogischen Workshop laden Severin Pöchtrager, leitender Arzt am Kantonsspital Baselland und an der Klinik Arlesheim, und Ilja Karenovics, Leiter des Ressorts Bildungsangebote an der Universität Basel, die anwesenden Pädagoginnen und Pädagogen dazu ein, sich dem Thema mit einem sowohl wissenschaftlichen als auch spielerischen Ansatz zu nähern. Dabei werden beispielsweise Studien betrachtet, die den negativen Effekt von übermäßiger Bildschirmzeit auf die Kreativität und Gehirnentwicklung bei Kindern belegen, und es wird anhand von experimentellen Übungen gezeigt, welche Macht die inhärente Einbildungskraft gegenüber passivem Medienkonsum aufweist.

Redaktion · 29. April 2026 · 1 Min.

Pflegen und Heilen

Pflegen und Heilen

Im Februar 2026 wäre Ita Wegman 150 Jahre alt geworden. Als Ärztin trug sie neben Rudolf Steiner maßgeblich zur Entwicklung der Anthroposophischen Medizin bei. In ihrem Vortrag gehen Laurie Schmiesing, Tania Prince und Hannah Wallis, alle tätig im Bereich der Anthroposophischen Medizin und Pflege, auf Wegmans besondere Beziehung zu den Pflegenden ein. Sie führen aus, wie die Anthroposophische Pflege durch Liebe, Opferbereitschaft und bewusste Präsenz zu einem spirituellen Weg werden kann. Anhand von historischen Ereignissen, persönlichen Erfahrungsberichten aus ihrem eigenen Leben und ihrer professionellen Tätigkeit, Versen von Steiner und praktischen Übungen untersuchen Schmiesing, Prince und Wallis die Themenfelder der Selbstentwicklung, des ‹Zuhörens mit den Händen› und den Aufbau zukunftsorientierter Gemeinschaften von Pflegekräften, die nicht nur Patientinnen und Patienten auf ihrem Heilungsweg begleiten, sondern auch sich selbst und die Welt heilen.

Redaktion · 21. April 2026 · 1 Min.

Rudolf Steiner als Lernender

Rudolf Steiner als Lernender

Es ist eine gängige Perspektive, dass Rudolf Steiner als Person und auch als historische Persönlichkeit den Archetyp des Lehrers beziehungsweise des Lehrenden verkörperte. Man muss nur an all die Vorträge und Impulse denken, die er vor allem in den Jahren vor seinem Tod gegeben hat und die bis in die heutige Zeit Inspiration und Orientierung bieten. Weniger oft wird Steiner als Lernender gesehen, obwohl seine Biografie zeigt, wie tief sein Leben vom Lernen durchdrungen war. In ihrem Beitrag nähert sich Constanza Kaliks, Mitglied des Leitungsteams der Allgemeinen Anthroposophischen Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft, an Steiner als Lernenden an. Sie gibt Einblicke in die frühen Jahre des suchenden Schulkinds Rudolf, in seine Arbeit als junger Nachhilfelehrer sowie als Pädagoge, der an seinen Schülerinnen und Schülern weiterlernt. Schließlich führt Kaliks aus, wie aus Steiners individueller Biografie eine moderne, geistige Lernkultur entstanden ist.

Redaktion · 14. April 2026 · 1 Min.

Reinkarnation und Karma

Der Eurythmist und Osteopath Michael Klemt lädt die Zuhörenden in seinem Vortrag dazu ein, sich den grundlegenden Aspekten in Rudolf Steiners Karmavorträgen aus einer neuen Richtung zu nähern. Klemts Arbeitsweise basiert dabei auf einem lebendigen Verständnis von Reinkarnation und Karma: Sein Zugang ist nicht theoretisch, sondern funktioniert mithilfe von konkreten Übungen. Dazu gehören beispielsweise die Rückschau auf den Tag und das eigene Leben, die seelische Beobachtung sowie das Erspüren eines ‹zweiten Selbst›. Anhand verschiedener Quellen, die auf Steiner zurückgehen, in Kombination mit praktischen Beispielen zeigt Klemt dem Publikum, wie jede und jeder das verborgene innere Überschuss-Selbst entdecken, ihm vertrauen und somit Schritt für Schritt eine geistige Realität hinter dem Alltagsleben erfahren kann.

Redaktion · 01. April 2026 · 1 Min.

Waldorfpädagogik und Anthroposophie in Lateinamerika

Waldorfpädagogik und Anthroposophie in Lateinamerika

Wo richtet sich heute der Ruf an die menschliche Seele? Wo an das Menschenbild im Sinne der Anthroposophie? Und wo an die Frage nach der Menschenwürde, vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen? Wie können wir es schaffen, die Wärme des Herzens in uns selbst und im zwischenmenschlichen Raum zu bewahren? Die argentinische Waldorflehrerin Maria Nardini erzählt in ihrem Vortrag davon, wie sie und andere in anthroposophischen Initiativen tätige Menschen in Argentinien diese Fragen immer wieder für sich und gemeinsam beantworten. In einem Exkurs zur Geschichte der Anthroposophie in Lateinamerika beschreibt sie, welche Menschen diese dorthin gebracht haben, welche kulturellen und sprachlichen Spannungen es zu überwinden galt, wie die ersten Waldorfschulen entstanden sind, wie Krisen kamen und neue Wege aufzeigten. Nardini teilt zudem ihre eigenen Erfahrungen, als Kind in Argentinien aufzuwachsen und später dort als Pädagogin zu arbeiten. Zum Abschluss stellt sie eine weitere Frage: Wie können wir durch Begegnung eine würdigere Zukunft für die nächste Generation gestalten?

Redaktion · 26. März 2026 · 1 Min.

Indigene Genossenschaften in Aktion

Indigene Genossenschaften in Aktion

Mexikanische Landwirtinnen und Landwirte sind wie in vielen anderen Ländern der Welt mit Unterdrückung, Enteignung, politischer Vernachlässigung und dem Druck durch die industrialisierte Landwirtschaft konfrontiert. Im Zentrum Mexikos hat sich vor fast 50 Jahren eine Vereinigung indigener Genossenschaften gebildet, die gemeinsam diesen Widrigkeiten trotzen. Die Vereinigung nennt sich Tosepan Titataniske, was auf Deutsch so viel heißt wie ‹Gemeinsam werden wir es schaffen›. 64 Prozent ihrer Mitglieder sind Frauen, 53 000 der Mitglieder betreiben eine biologische Landwirtschaft. Die Genossenschaften verwalten sich in Versammlungen selbst und haben ihre eigenen Schulen, ein Netzwerk für Ökotourismus, ein finanzielles System, ein Gesundheitswesen und ein Mobilfunknetz aufgebaut. Ihr Widerstand gegen Bergbau und andere ökologisch destruktive Bauprojekte war immer wieder erfolgreich. Die Arbeit von Tosepan Titataniske ist verwurzelt in Spiritualität, mit dem Ziel, einen ‹Himmel auf Erden› zu schaffen.

Redaktion · 17. März 2026 · 1 Min.

Ein neues Märchen

Ein neues Märchen

‹Die weiße Schlange› gehört zu den Märchen aus der Feder der Brüder Grimm. Es erzählt die Geschichte eines Dieners am Königshof, der die Sprache der Tiere spricht. Diese Fähigkeit und sein mitfühlendes Herz kommen ihm zugute, als er drei Aufgaben lösen muss, um die Hand der Königstochter zu gewinnen. Das Goetheanum-Eurythmie-Ensemble hat das Märchen tänzerisch auf die Bühne gebracht. Die Mitglieder des Regieteams aus Marianne Dill, Ioana Farcasanu und Nicolas Prestifilippo sprechen mit Stefan Hasler für die Interviewreihe ‹Eurythmie im Gespräch› darüber, wie die Produktion entstanden ist. Dafür beantworten sie die Fragen, wie man ein Märchen für eine eurythmische Umsetzung auswählt und wie man ein einheitliches Konzept entwickelt, das Bühnenbild, Kostüme und Musik harmonisch zusammenbringt. Sie schauen außerdem auf die Rätsel, die das alte Märchen in sich birgt, und wie sie durch Eurythmie in bewegte Bilder verwandelt werden können.

Redaktion · 09. März 2026 · 1 Min.

Karmagedanke als Zukunft

Karmagedanke als Zukunft

In ihrem Vortrag erfasst die frühere Pfarrerin und Dozentin Mechtild Oltmann den Begriff der ‹Zeitenwende› aus einem anthroposophischen Blickwinkel. Sie bezeichnet die Geschehnisse der Zeitenwende als Grund für unser aller Hiersein und nähert sich diesem Mysterienwort durch konkrete Beispiele an. Sie webt den Begriff ein in einen historischen Teppich, der das Wirken Rudolf Steiners, Apokalypse-Bilder und Nahtoderfahrungen umfasst sowie die Begegnung mit Christus im Sterben und die individualisierten Biografien der heutigen Zeit. Oltmann führt aus, inwieweit Reinkarnation und Karma zur eigentlichen Botschaft des Christentums werden könnten und was das wiederum für unsere Freiheit, Schuld, unseren Sinn und unsere Verantwortung bedeutet.

Paula Boslau · 04. März 2026 · 1 Min.

Der Ich-Sinn und die physische Begegnung im digitalen Zeitalter

Der Ich-Sinn und die physische Begegnung im digitalen Zeitalter

Der Vortrag von Salvatore Lavecchia, Professor für Geschichte der antiken Philosophie, Dozent an der italienischen Universität von Udine, Mitforscher am Philosophicum in Basel und Autor mehrerer Bücher, ist eine Einladung an das Publikum, neu darüber nachzudenken, was es wirklich bedeutet, Mensch zu sein. Er führt dazu seine Untersuchungen zum Ich-Gefühl als Kernstück der Anthroposophie aus. Welche Rolle spielt es in der lebendigen Begegnung zwischen Menschen im physischen Raum? Diese Begegnung wird laut Lavecchia erst durch den Sinnesorganismus ermöglicht: Durch das Anhören des anderen wird das Geheimnis des «gemeinsamen Fühlens» zur Revolution. Das Ich ist kein geschlossener Punkt, sondern eine sich öffnende Realität, die den anderen aufnimmt und jeden authentischen Dialog begründet, der heute durch die digitale Welt bedroht ist.

Redaktion · 24. Februar 2026 · 1 Min.

Gemeine Kleinigkeiten

Gemeine Kleinigkeiten

Nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen, kann dazu führen, dass eine Person von ihrem Umfeld bewertet, angegriffen und ausgegrenzt wird. Übergewicht gehört dabei zu den sichtbaren Attributen, die als normabweichend wahrgenommen werden und oftmals mit Vorurteilen belastet sind. Mehrgewichtigen Menschen werden allerhand negative Eigenschaften zugeschrieben, wie zum Beispiel ein Mangel an Disziplin – dabei gibt es für Übergewicht viele Ursachen, die nichts mit persönlicher Motivation zu tun haben. Krankheit, genetische Veranlagung, traumatische Erlebnisse und strukturelle Benachteiligung sind alles Faktoren, die das Gewicht eines Menschen prägen können. Der österreichische Regisseur und ehemalige Waldorfschüler Florian Moses Bayer setzt sich in seinem neuen Kurzfilm ‹Die gemeinen Kleinigkeiten› mit den emotionalen Folgen von Mehrgewicht und der daraus resultierenden sozialen Stigmatisierung auseinander. Das Leben der Hauptfigur Josef dreht sich hauptsächlich um sein Gewicht. Erst eine unerwartete Begegnung mit einem Rapper und ein Pakt mit seiner besten Freundin bringen Veränderung in sein Leben. Bayer, der für ‹Die gemeinen Kleinigkeiten› beim Max-Ophüls-Filmfestival in Saarbrücken in der Kategorie Kurzfilm sowohl den Jury- als auch den Publikumspreis erhalten hat, thematisiert in der Geschichte von Josef auch größere Fragen rund um Selbstwert, Männlichkeit und Leistungsdenken. In Interviews erzählt er, wie seine Zeit an der Grazer Waldorfschule seine Kreativität schon früh gefördert hat, besonders durch das jährlich aufgeführte Theaterstück, regelmäßige Projektwochen und die generelle Atmosphäre des Ausprobieren-Dürfens.

Paula Boslau · 19. Februar 2026 · 1 Min.

Fundament einer christlichen Substanzkunde und Medizin

Fundament einer christlichen Substanzkunde und Medizin

In ihrem Vortrag führt Michaela Glöckler, Kinderärztin und ehemalige Leiterin der Medizinischen Sektion am Goetheanum, in den geistigen Hintergrund des Buches ‹Grundlegendes für eine Erweiterung der Heilkunst› ein. Sie beschreibt den Kraftakt, mit dem dieses umfassende Werk von Rudolf Steiner und Ita Wegman kurz vor Steiners Tod zustande kam. Weiterhin zeigt der Beitrag, warum eine individuelle Betrachtung jeder Krankengeschichte wichtiger ist als das bloße Heranziehen von Naturgesetzen, und erläutert, wie die Anthroposophische Medizin den Menschen in seinen vier Wesensgliedern in Gesundheit und in Krankheit verstehen will. Ihren Vortrag untermalt Glöckler mit historischen Zitaten und anschaulichen Beispielen.

Redaktion · 19. Februar 2026 · 1 Min.