Karma ist Gelegenheit
Karma ist Zufall (im Deutschen). Zumindest der Erscheinung nach. Ich kann ihn nicht selbst erzeugen, nur ‹instant› erfahren. Warum? Das menschliche Handeln stört die Weltharmonie und wird ausgeglichen: Jede Handlung erhält eine Antwort.
24. Februar 2026 · 1 Min. Lesezeit

Karma ist Tat (im Sanskrit). Karma heißt: Handlung im Weltzusammenhang schauen. Was noch zu erfahren ist. Was zu tun ist. In der Karma-Schau erscheint die vergessene Handlung als Ursache meiner Welterfahrung. Sie verbindet die Verkörperungen und erhellt die Götterspuren im Lebenslauf. Tat ist Karma.
Karma ist Gelegenheit (im Anthroposophischen). In dem Moment, wo Karma spricht – das Echo meiner Taten –, vereinigen sich die Fäden derselben Tat neu. Gewöhnlich Menschen. Alle und alles kommt zusammen. Eine Vorlage. Eine Einladung. Ich kann wiederholen, lösen, verbinden, eine neue Richtung einschlagen. Gelegenheit ist Karma.
Bild Karo Kollwitz, ‹Cutting edge›, 2014

Philipp Tok, geboren 1982 in Leipzig, war von 2011 bis 2018 Redakteur und Grafikdesigner der Wochenschrift. Er arbeitet als Gestalter von Drucksachen, Profilen sowie künstlerischen und diskursiven Formaten. Er arbeitet für die Goetheanum-Kommunikation und hat ein eigenes Atelier.




